LokalNachrichten: DRESDEN & SACHSEN

Hier findet Ihr "lokale" Links, Beiträge und Infos - Sexarbeit betreffend. Die Themen sind weitgehend nach Städten aufgeteilt.
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Jason
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Re: RE: LokalNachrichten: DRESDEN & SACHSEN

#41

Beitrag von Jason » 2013-04-08, 10:49

annainga hat geschrieben:was für eine frechheit von dem verein karo e.v.

gut, dass du so etwas so sorgfältig dokumentierst und wir mitbekommen, wie dieser verein handelt.

es scheint für die nicht in ihr bild zu passen, dass es jede menge sexarbeiter gibt, die mit ihrem job bestens klar kommen und sich sehr eindeutig dafür entscheiden.

wie sehr uns solche vereine schaden und uns anerkennung verweigern, schrecklich.
Ich finde es auch sehr schade das KARO hierbei nicht unterscheidet und nur "Zwangsprostitution" kennt. Hier trifft das Sprichwort: "Wes Brot ich ess, des Lied ich sing" wohl eher zu, nachdem die Spendengelder aus Dresden nicht mehr ganz so fließen wie in den 90er Jahren. Ein Blick auf die Sponsorenliste ( besonders Punkt 3 ) lässt dies zumindest vermuten. Ich weis auch nicht ob Frau Schauer immer im Namen des Vereines spricht oder oft nur ihre eigene Meinung widergibt. Vielleicht sucht hier auch jemand eine Nachfolgerin?
http://www.karo-ev.de/spenden-helfen/sp ... index.html

Trotzdem möchte ich die Verdienste dieses Vereines nicht komplett schlechtreden. Ich denke da z.B. an das Frauenschutzhaus, die Babyklappe oder auch die Straßensozialarbeit und ihrer mobilen Suppenküche. Certik schrieb mal vor einiger Zeit, das es bei Karo zu jeder Zeit einen Ansprechpartner gibt. (Ich hoffe mal dem ist noch so.)
Die Zustände der SexarbeiterInnen in Tschechien sind nicht unbedingt mit denen der Damen in Deutschland vergleichbar.


Vor knapp 3 Jahren gab es schon einmal einen ähnlichen Beitrag aus Plauen, der ist allerdings hier gelandet.
http://www.sexworker.at/phpBB2/viewtopi ... 3927#83927

LG Jason
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Sperrgebietskarte selber machen

#42

Beitrag von Marc of Frankfurt » 2013-04-11, 15:11

Danke für die 2 Sperrgebietsverordnungen.


Evt. findet sich noch eine Sexarbeiter_in, die Lust und Zeit hat daraus eine Karte zu machen. So funktionierts mit Google maps: www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=94498#94498

Allerdings bleibt das Problem, wie wir die zahlreichen 400-Meter-Mikrosperrgebiete (jeweils 12 Fußballfelder groß) identifizieren können, die laut Verordnungen um Kirchen und Schulen etc. auch außerhalb des Innenstadt-Sperrgebiets gelten !!!

Wir sammeln Sperrgebiets-/Sexarbeitserlaubnis-Karten und Links hier www.bit.ly/sexworkatlas und hier www.bit.ly/sperrgebiet und hier www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?t=7595 (SW only)




Karo e.V. - Oha, da sind nocht viele andere fragwürdige Spender auf der Seite www.karo-ev.de/spenden-helfen/sponsoren/
Z.B. die Geldmaschine Roter Keil www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=107305#107305 oder der Prostitutionsgegner-Verein der Mennoniten (freikirchliche Täuferbewegung), die schon bei der Fußball WM 2006 Stimmung gemacht haben (angebl. 40.000 Zwangsprost.)...

Fragwürdig ist auch diese Kooperation ( ARD-Doku: www.bit.ly/ZuMqI3 ):
Dateianhänge
KARO profitiert von Amazon Arbeitsausbeutung.jpg
KARO erhält Spenden, wenn Amazon Profite mit unsäglichen Arbeitsbedingungen macht und in D kaum Steuern abführt...

...KARO dient dem Amazon-Konzern zum moralischen Weißwaschen (Geben und Nehmen).

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Jason
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#43

Beitrag von Jason » 2013-04-13, 11:15

Eine Karte mit Sperrbezirk für Plauen habe ich hier https://maps.google.de/maps/ms?msid=209 ... 1365842819 ,die Mikrosperrgebiete lassen sich aber auch ausfindig machen.

Mann gibt in dieser Karte als Suchbegriff jeweils nacheinander z.B. Schule ein, dann Kindertagesstätte, dann Krankenhaus etc. und bekommt jedes mal eine Ballonansicht der bereits eingetragenen Institutionen. Wenn dann noch die Vergrößerung auf 200m -unten links zu sehen- passt, kann man nicht mehr viel falsch machen.
Die zuletzt gesuchten Einrichtungen inklusive des Sperrgebietes kann man sich anzeigen lassen wenn in dem Auswahlfenster rechts oben in der Karte alles aktiviert wurde.

Es ist aber nicht immer gesagt das die Karten 100 Prozentig genau und aktuell sind, auf jeden Fall sind sie aber ein guter Anhaltspunkt.

LG Jason
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#44

Beitrag von Tilopa » 2013-04-30, 19:57

Leipzig hat wieder den Größten
Am Wasserturm eröffnet Ostdeutschlands riesigster 'FKK-Club'

"Leipzig - Knapp ein Jahr war es aus, das Rotlicht im 'Haus am Wasserturm'. Am Donnerstag wird es nun wieder angeknipst: Ostdeutschlands größtes Bordell startet als 'Laufhaus' und 'FKK Saunaclub'. BILD warf exklusiv einen ersten Blick hinter die Kulissen."

Weiterlesen: http://www.bild.de/regional/leipzig/bor ... .bild.html

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#45

Beitrag von nina777 » 2013-11-02, 10:12

2.11,2013

100 Frauen verdienen in Zwickau ihr Geld mit Sex

Vier Bordelle und 31 Rotlicht-Wohnungen zählt die 92.000-Einwohner-Stadt. Eine Prostituierte gewährt Einblicke in ihr Geschäft.


Zwickau. Sie trägt Jeans und Rollkragenpullover, beides ausgewaschen, beides von der Stange. Es riecht nach Waschpulver. Parfüm trägt sie keins. "Ich mache diesen Job freiwillig", sagt sie. Die 42-jährige Sylvia, deren richtiger Name nicht genannt werden soll, sitzt in einem Café in der Zwickauer Innenstadt. Ihr Job ist die Prostitution. Dass sie seit drei Jahren von Montag bis Freitag zwischen 10 und 18 Uhr für Geld mit mehreren Männern "Verkehr" hat, wie sie sagt, sieht man ihr nicht an. Dass "freiwillig" nicht "gern" bedeutet, schon - die tiefen schmalen Linien, die die Mundwinkel nach unten verlängern und die Stimme, die den Tonfall nie wechselt, deuten es an. Sie könnten aber auch einer frustrierten Bäckerin gehören. Zu dem Bild eines "sexy Betthäschen" oder der "lüsternen Hausfrau", das in den Anzeigen beworben wird, passt es jedenfalls nicht.

VW: Zahlungskräftige Kundschaft

Die schlanke schwarzhaarige Frau ist eine von etwa 100 Prostituierten in Zwickau. Auf die Idee, mit Sex Geld zu verdienen, ist sie selbst gekommen, sagt sie. "Es ist absurd - aber eigentlich hat mich mein Mann auf die Idee gebracht", sagt sie. Zu etwas besserem tauge sie sowieso nicht, habe er gesagt. Nach der Scheidung von ihm lebte sie eine Weile allein, genoss ihre Freiheit. Dann dachte sie: Warum nicht damit Geld verdienen. Anfangs mietete sie sich in eins der Appartements ein, wie sie in der Audi-, der Trabant- oder der Antonstraße betrieben werden: Die Prostituierten arbeiten selbstständig, zahlen für das Zimmer....... weiterlesen
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Familienbetrieb Sexarbeit

#46

Beitrag von Marc of Frankfurt » 2013-11-02, 12:50

So kann man uns Sexworker auch runter machen indem der Meinungsmacher-Monopolist WAZ den Mutter-Kind-Instinkt bedient:


Nordstadt
Mutter beaufsichtigt Prostitution ihrer 3 Töchter
01.11.2013 WAZ.de
Dortmund. Bei Einsätzen in der Dortmunder Nordstadt begegnet die Polizei vor allem im Schleswiger Viertel und auf der benachbarten Mallinckrodtstraße immer wieder bitterste Armut. Prostitution ist für junge Frauen oft der einzige Ausweg aus dem Elend — unterstützt von den eigenen Eltern.

Dortmund. Bei Einsätzen in der Dortmunder Nordstadt begegnet die Polizei vor allem im Schleswiger Viertel und auf der benachbarten Mallinckrodtstraße immer wieder bitterste Armut. Prostitution ist für junge Frauen oft der einzige Ausweg aus dem Elend — unterstützt von den eigenen Eltern.

Als die bulgarischen Polizisten Atanas Georgiev und Dimitar Dimitrov mit deutschen Kollegen in den vergangenen Tagen eine Wohnung in der Schleswiger Straße betraten, war schnell klar, in welchem Gewerbe die drei jungen Frauen ihr Geld verdienten. Kondom-Kartons und der Animation dienende Pornofilme waren griffbereit zur Hand. Die Bulgarinnen hielten sich mit Prostitution über Wasser. Die Aufsicht führte in der Wohnung die Mutter der drei Schwestern.
...
www.derwesten.de/staedte/dortmund/mutte ... 23561.html





In Deutschland wird man die Verdienstmöglichkeiten in der Sexarbeit eher dazu nutzen, um unabhängig von der Familie zu sein... Viele werden versuchen unerkannt von der Familie als Sexworker ihr Geld zu verdienen...

Bei den osteuropäischen Migranten hier in der Fremde in Deutschland sind die traditionellen Familienverhältnisse aber gänzlich anders und notwendigerweise viel stärker. Da ist dann zu beobachten, dass Familie auch den Familienbetrieb Prostitution gemeinsam organisiert ...

Das ist m.E. erstmal eine neutrale Feststellung! Auch in Brasilien und Indien sind uns Familienbetriebe Prostitution in mehreren Generationen bekannt und die Frauen sind stolz darauf!
Ich kann mir vorstellen, dass viele Sexworker das auch bei uns o.k. finden, wenn sie eine Mutter wie Felicitas Weigmann/Shirow als ihre Mutter hätten...
Epochales Urteil Café Pssst 2000 www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=132393#132393





Sexwork-Geographie:
Ehemaliger Fußweg der Sexarbeiterinnen

Wohnquartier Dortmund Nordstadt (Schleswiger Strasse) <==> Geschlossener Straßenstrich ehem. Modellprojekt Safer-Sexwork Liebes-Boxen (Ravensburger Strasse):
http://goo.gl/maps/aRW0H

Mallinckrodtstrasse http://www.openstreetmap.org/#map=16/51.5245/7.4531

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Prostitution in Chemnitz: Behörden tappen im Dunkeln

#47

Beitrag von Jason » 2014-01-05, 14:16

Politiker wollen Freier von Zwangsprostituierten bestrafen und das Mindestalter käuflicher Damen auf 21 Jahre anheben. Dabei hat zumindest in Chemnitz niemand einen Überblick über dieses Gewerbe.

Seit Inkrafttreten des aktuellen, von der damaligen rot-grünen Bundesregierung eingebrachten Prostitutionsgesetzes Anfang 2002 verlieren die Behörden offenbar den Überblick über das älteste Gewerbe der Welt. So sind in Chemnitz keinerlei verlässliche Zahlen zu den Sexarbeiterinnen zu erfahren. Zur Begründung heißt es aus dem Rathaus, dass die Prostituierten weder registriert noch verpflichtet seien, sich regelmäßig untersuchen zu lassen, wie das vor 2002 vorgeschrieben war.

Die Landesdirektion erklärt zur Rechtslage, dass Prostitution in Sachsen lediglich in Kommunen bis 50.000 Einwohner sowie innerhalb von Rotlicht-Sperrbezirken verboten ist, die für Chemnitz (siehe Grafik), Dresden, Leipzig und Plauen festgelegt wurden. Außerhalb dieser Bereiche ist Prostitution grundsätzlich erlaubt - außer im 200-Meter-Radius um Kinder- und Freizeiteinrichtungen, Schulen, Kirchen, Kirchgemeindezentren, Krankenhäuser und Seniorenheime. Wohnungsprostitution sei nur dort untersagt, wo Menschen unter 18 Jahren, die mit im Haus wohnen, dadurch "sittlich gefährdet" würden.

Der Verdacht auf Zwangsprostitution und Menschenhandel lasse sich nur in wenigen Fällen erhärten, sodass dazu kaum Erkenntnisse vorlägen, heißt es von der Polizei. Straftaten wie Körperverletzung, zu denen es im Zusammenhang mit Prostitution komme, seien in Chemnitz eher selten und würden nicht gesondert erfasst.

Das städtische Gesundheitsamt biete Prostituierten Vorsorgeuntersuchungen und Beratung seit 2002 nur noch an. Etwa 100 Frauen, von denen 30 bis 40 Prozent aus Osteuropa stammten, würden davon pro Jahr unterschiedlich oft Gebrauch machen. Vollständigere Angaben zu Alter, Nationalitäten und der Verteilung von Bordellen auf die Stadtteile lägen im Rathaus nicht vor. "Es wird grundsätzlich von einer Fluktuation ausgegangen", erklärt die Pressestelle. Als einziger Gewerbebetrieb dieser Art sei eine Bar an der Leipziger Straße registriert und zahle auch Gewerbesteuern an die Stadt. Um die Einkünfte der einzelnen Prostituierten müssten sich die jeweils zuständigen Finanzämter kümmern.

Die jüngsten konkreteren Daten stammen vom April 2007. Damals hatte die Stadtverwaltung der Stadträtin Annekatrin Giegengack (Grüne) auf Anfrage mitgeteilt, dass die Anzahl der vom Gesundheitsamt betreuten Prostituierten von 564 im Jahr 2001, darunter 14 Männer, auf 113, davon zwei Männer, 2006 zurückgegangen sei. Der Anteil von Ausländerinnen, die vorwiegend aus Osteuropa und Afrika stammten, sei gleichzeitig von rund 50 auf etwa 30 Prozent gesunken. Straßenprostitution sei in Chemnitz nicht bekannt, hieß es damals.

Im März 2006 hatte die Landtagsfraktion der Grünen vom Sozialministerium die Auskunft erhalten, dass die Anzahl der Prostituierten in Chemnitz auf 200 Frauen und zehn Männer geschätzt wird. Auch diese Zahlen stammten von der Stadtverwaltung. Im Rathaus läge keine aktuelle Schätzung vor, heißt es. "Das ist eine Grauzone, an Spekulationen beteilige ich mich nicht", sagt eine Ärztin aus dem Gesundheitsamt.

erschienen am 03.01.2014 (Von Michael Brandenburg)
http://www.freiepresse.de/NACHRICHTEN/T ... 660103.php


Die genaue Straßenbezeichnungen, die die Grenze des Sperrbezirkes bilden: viewtopic.php?p=130679#130679

LG Jason
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RE: LokalNachrichten: DRESDEN & SACHSEN

#48

Beitrag von fraences » 2014-06-01, 12:25

Wohnblocks als Bordelle - Zwangsprostitution bleibt auch in Sachsen oft unentdeckt
Martin Fischer, Christiane Raatz
&#65279;

Dresden. Sie kommen aus Rumänien, Bulgarien, der Ukraine oder auch aus Nigeria: Frauen, die nach Sachsen verschleppt und zum Sex gezwungen werden. „Wir hatten sogar schon eine Chinesin, die auf dem Landweg eingeschleust wurde“, berichtet Annett Scheibe von der sächsischen Beratungsstelle für Opfer von Menschenhandel, KobraNet. Die Frauen aus dem Kreislauf von Ausbeutung und Abhängigkeit zu befreien, ist schwer.

Zentren der Prostitution in Sachsen sind laut LKA Dresden und Leipzig. Allein in der Landeshauptstadt sind der Polizei etwa 50 Clubs und Wohnungen bekannt, in denen Sex gegen Geld angeboten wird. In der Polizeidirektion Leipzig befasst sich eine Arbeitsgemeinschaft „Rotlicht“ mit dem Thema. In Leipzig wurden zwischen 2009 und 2014 insgesamt 25 Bordelle angemeldet, von denen 16 noch aktiv sind.

Wie viele Bordelle und legal arbeitende Prostituierte es im Freistaat gibt, ist laut Wirtschaftsministerium nur schwer zu erfassen. Oft würden Bordelle als Sauna-Clubs, Zimmervermittlungen oder Tabledance-Clubs angemeldet.

„In Sachsen fehlt eine Ausstiegsberatung, die den Frauen andere Möglichkeiten und Perspektiven aufzeigt“, erklärt Scheibe mit Blick auf den Internationalen Hurentag am 2. Juni. Oft stünden die Frauen unter großem persönlichen oder finanziellen Druck. „Deswegen sind wir dabei, in Sachsen ein Beratungsnetz aufzubauen und eine Lobby zu finden“, erklärt Scheibe.

Milieu ist diskreter geworden

Bis 2002 wurde käuflicher Sex in Deutschland noch als sittenwidrig eingestuft, seither gilt eines der liberalsten Prostitutionsgesetze weltweit. Grundsätzlich ist „Sexarbeit“ legal. Prostituierte, die in einem Beschäftigungsverhältnis stehen, haben sogar Anspruch auf bezahlten Urlaub und Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. Zuhälterei und sexuelle Ausbeutung sind nach wie vor verboten.

Nach Einschätzung von KobraNet hat seitdem die Prostitution im Freistaat nicht unbedingt zugenommen. Es sei aber schwieriger, Frauen als Opfer von Menschenhandel zu identifizieren. „Das ist das große Problem“, so Scheibe. Zu erkennen, wer in einem Bordell freiwillig arbeitet oder dazu gezwungen wird, sei schwer. In der Statistik tauchen deshalb nur wenige Fälle auf: Für 2013 weist die Kriminalstatistik in Sachsen 43 Fälle von verbotener Prostitution und 30 Fälle von Zuhälterei aus. Zweimal wurden Prostituierte ausgebeutet und in 8 Fällen sexuelle Handlungen Minderjähriger gefördert. Außerdem wurden 25 Fälle von Menschenhandel zum Zwecke der Prostitution registriert.

Die Dunkelziffer dürfte hoch sein. Darüber hinaus bildet die Szene einen Nährboden für weitere kriminelle Machenschaften. „Im Zusammenhang mit Kontrollen und Ermittlungen im Milieu werden auch immer wieder Verstöße gegen das Betäubungsmittelrecht, das Ausländerrecht, Körperverletzungsdelikte, Beleidigungen, Stalking und so weiter festgestellt“, sagt Tom Bernhardt, Sprecher des Landeskriminalamtes (LKA).

Trotzdem hat sich das Geschäft mit dem Sex gewandelt. Das Milieu sei allgemein unauffälliger geworden. „Wenn man in diesem Geschäft auch wirtschaftlichen Erfolg haben will, ist Diskretion ein wesentlicher Faktor", sagt LKA-Mann Bernhardt. Für die Polizei bedeutet das: Die Ermittlungen werden schwieriger.

Unwürdige Bedingungen

Teilweise werden laut KobraNet ganze Wohnblocks in Dresden oder Leipzig angemietet, die zu Bordellen umfunktioniert werden. „Man hat einen <Nickname> an der Tür, findet die Namen im Internet, auf Erotikseiten oder in der Zeitung“, sagt Annett Scheibe. Manche Frauen hausten unter unwürdigen Bedingungen - in einem Zimmer, in dem nur eine Matratze liegt, Türklinken und Fenstergriffe abgeschraubt, ohne hygienische Standards. „Egal ob sie das freiwillig tun oder gezwungen werden, das ist menschenunwürdig“, sagt Scheibe. Schon seit langem fordert KobraNet daher, objektive Regelungen einzuführen, die Prostitution unter solchen Bedingungen verbieten.

Die Bundesregierung will das Prostitutionsgesetz verschärfen, so steht es zumindest im Koalitionsvertrag. Frauenministerin Manuela Schwesig (SPD) kündigte kürzlich eine Expertenanhörung im Juni an.

http://www.dnn-online.de/web/dnn/nachri ... 2728943190
Wer glaubt ein Christ zu sein, weil er die Kirche besucht, irrt sich.Man wird ja auch kein Auto, wenn man in eine Garage geht. (Albert Schweitzer)

*****
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#49

Beitrag von bienemaya » 2014-07-14, 19:47

Artikel Sächsische Zeitung Lokalausgabe Oberlausitz (Görlitz) Mittwoch 25. Juni 2014

-Abschrift-

Die erotische Villa

Der Streit um den Klosterplatz 17 in Görlitz ist noch nicht beendet. Barbara Lange erobert nun Rauschwalde

Von Ralph Schermann


Barbara Lange ist wieder da und es scheint, als wäre sie nie weggewesen. Wieder wartet sie mit ordentlich Holz vor der Hütte auf, doch der Kamin dafür umrahmt diesmal kein Salon-Gespräch im Haus am Görlitzer Klosterplatz 17. Er steht in der Rosa-Luxemburg-Straße 2 und ist der Dame des Hauses egal. "Das ist Zufall. Die beiden Kamine waren schon vor mir da." Noch immer wohnt die 72-Jährige im Klosterplatz 17. Sonst steht das vierstöckige Haus leer. "Man trifft dort nur die Putzfrau beim Staubwischen," sagt Barbara Lange. Das Gemäuer sah schon schillerndere Zeiten. Die Mieterin macht keinen Hehl daraus, dort einst ein Bordell geplant zu haben. Schnell schätzte sie ein, dass das nichts wird. "Dafür ist in Görlitz tote Hose," sagt sie, "und daran hat nicht mal die polnische Konkurrenz Schuld sondern die Armut." Der Ruf des Klosterplatzes 17 wurde mit Langes Ankunft abenteuerlich, jede Nutzung beargwöhnt von Stadtverwaltung und Finanzamt. Kein Bordell, sondern Sitz zweier Vereine sollte das Haus nun sein. Ein Hauch des Verdorbenen überzog die Gegend. Schule und Kirche fühlten sich belästigt. "Das wird ja alles auch miesgegedet, weil sich die Menschen in ihrer Fantasie absurde Vorstellungen machen", ist Barbara Lange überzeugt. Im März 2012 schließlich wurde gerichtlich jede Nutzung außer dem reinen Wohnen im Klosterplatz 17 verboten. Seitdem liegen die Bautzener Rechtsanwälte Florian Berthold, Steffen Kubenz und Denise Hardt mit der Görlitzer Stadtverwaltung über Kreuz, was die künftige Nutzung des Hauses betrifft. Deshalb sei auch der erste Verein mit rund 60 Mitgliedern derzeit nicht aktiv, sagt Lange. "Es ist der Kunstförderverein Rebecca Reim", der seinen Namen aus dem Pseudonym Barbara Langes bezieht. Als Rebecca Reim beschrieb sie 2002 im Buch "Mord, Totschlag und die Folgen" Erlebnisse aus ihrer Zeit als Strafgefangene in der JVA Hoheneck. Schon damals formulierte sie als Credo, wie sie ihr bewegtes Leben darstellen möchte: Ungeschönt. Sie habe kein Problem damit, zuzugeben, sich selbst eine Zeit lang als Prostituierte versucht zu haben. Sie nimmt es zur Kenntnis, dass ihr das Finanzamt eine Steuernummer aus dem Bereich dieses Gewerbes zuteilte. Sie bestreitet nicht, in Bautzen, Cottbus, Spremberg und weiteren Orten aktiv gewesen zu sein. "Wir leben doch nicht mehr im Mittelalter", ist ein gern von ihr genannter Satz. Auch in anderen Orten möchte sie Vereine wie in Görlitz etablieren. "Ich werde alles schön ordnen, meinen Spaß, mein Leben, und ich lerne ja auch viel aus dem Umgang mit den Ämtern", sagt sie. Nach dem Hin- und Her zum Klosterplatz 17 ließ Barbara Lange vorübergehend Görlitz weit hinter sich: "Ich sage Exil dazu." Dass sie zurückkam hängt ein wenig mit Sympathiebekundungen zusammen, die sie reichlich bekam. "Mit Ihnen war Görlitz bunter", schrieb einer zum Beispiel. Vor allem aber gehe die Rückkehr auf David Ledwon zurück. Der Besitzer des Klosterplatz-Hauses wohnte mit seiner Familie bisher in Rauschwalde und zog nach Ludwigsdorf. Plötzlich stand die große Villa auf der Rosa-Luxemburg-Straße 2 bereit. Barbara Langes zweiter Verein mietete die Räume im Herbst 2013und steht seitdem auch ganz offiziell im Göritzer Telefonverzeichnis als “Privatverein Hautnah e.V. “ Das es um Sex geht, liegt bei dem Vereinsnamen auf der Hand. “ Natürlich“, sagt Barbara Lange. “ Unsere rund 20 Mitglieder beschäftigen sich mit alten Liebesritualen, im Mittelpunkt steht das Kamasutra.“ Übersetzt heißt diese indische Liebeslehre “Verse des Verlangens“. Dafür fahren derzeit drei Vereinsmitglieder sogar in die USA, um dort an Kamasutra-Workshops teilzunehmen. Und der Verein tagt nicht nur, er unternimmt auch Studienfahrten, wie Barbara Lange berichtet: “Jüngst führte uns so eine Fahrt zu einem Swingerclub.“ Außenstehenden wird es schwerfallen, dahinter kein “Gewerbe“ zu vermuten. “Auch die Steuerfahndung war schon zweimal da“, sagt Lange in ihrer Eigenschaft als Erste Vereinsvorsitzende. Weil sie viele Damen “des Gewerbes“ kenne, übernehme sie aus alter Freundschaft auch gelegntlich bei denen, die ohne Auto sind den einen oder anderen “Fahrdienst“ für Haus und Hotel“. Doch es gäbe von, mit oder bei ihr keinen Puff, betont sie. Die Miete für das Haus erziele der Verein aus Mitgliedsbeiträgen, Spenden und der Zimmervermietung. Denn (nicht nur) Vereinsmitglieder könnten in der Villa bei Bedarf Zimmer mieten. Was in diesen dann geschieht, gehe Barbara Lange nichts an. “Vielleicht Hausfrauensex? Wer weiß. Aber auf keinen Fall wird hier ein Bordell betrieben.“ Gegen einen, der das anzweifelt gehen Barbara Langes Anwälte zurzeit gerichtlich vor, um solche Äußerungen zu verbieten. Der Mann hatte Flugblätter mit “Bordell-Warnungen“ in Rauschwalder Briefkästen gesteckt und anonyme Briefe über “das sündige Haus “ an Stadtverwaltung und Gesundheitsamt geschrieben. Ohne Erfolg: Das Gesundheitsamt des Landkreises gab das Schreiben unbearbeitet weiter an die Stadtverwaltung Görlitz, und diese teilte auf Anfrage lapidar mit, dass sie dazu nichts mitzuteilen hätte. Das erwärmt Barbara Lange sicher auch ohne einen Kamin das Herz, denn nichts hasst sie mehr, als sich ständig erklären zu müssen. Das sei alles Zeit, die für das Schreiben ihres neuen Buches fehle. Schon 2012 sollte es auf den Markt kommen. Man darf gespannt sein, ob es in einem Bordell oder in einem Verein spielen wird. Nur der Titel steht bisher fest: “Geliebte Huren“.

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Beitrag von bienemaya » 2014-07-14, 19:51


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#51

Beitrag von bienemaya » 2015-02-18, 00:06

Blanker Ärger und kein SexDie gierigen Huren
von Bautzen



Zahlen ohne Sex, so betrieben zwei Huren ihr Geschäft (Symbolbild) im Bautzner Rotlichtmilieu
Foto: dpa Picture-Alliance


Von LUISA SCHLITTER

Bautzen/Dresden – Keine Nummer und noch Kummer – zwei Huren nahmen ihre Freier aus, ohne einen Finger krumm zu machen. Doch bei einem Rentner (72) fand die Abzockmasche einen Höhepunkt, er brachte die Bautzner Diebesmädchen jetzt vor Gericht.

Annett R. (27) und Sindy H. (26) zockten ihre Freier ab
Fotos: Jürgen Männel

Sindy H. (26) und Anett R. (27) mussten sich gestern vom Staatsanwalt vorhalten lassen, wie sie mit ihrer Sex-Abzocke im Jahre 2011 Geld verdienten.

Klingelten Freier an der Tür, durften sich die Sexsuchenden erst mal ausziehen. Während sie glaubten, es gehe gleich zur Sache, leiteten die Huren sie erst mal in die Dusche um.

Während die Freier sich wuschen, durchsuchten Sindy und Anett die Sachen der Männer – klauten ihre Portmonees. Kaum hatten sich ihre Kunden trocken gerubbelt, verlangten die Huren eine Vorauszahlung für den Sex.

Da die Herren nun nicht mehr zahlen konnten, mussten sie unverrichteter Dinge wieder abrücken.

Mindestens acht Mal, so die Anklage, fielen ihnen Sexsuchende zum Opfer.

Nur ein 72-jähriger Rentner ließ sich nicht wegschicken. Er durchsuchte das Schlafzimmer nach seinem Geldbeutel – gefüllt mit 600 Euro. „Plötzlich rannte eine der beiden in die Küche und holte ein Messer. Damit fuchtelte sie vor mir herum, damit ich die Wohnung verlasse“, schildert das Abzock-Opfer der Richterin.

Doch der Rentner ging nicht unbefriedigt nach Hause, sondern zur Polizei – erstattete Anzeige. Die Huren legten gestern ein Geständnis ab, entschuldigten sich bei dem alten Mann.

Anett R. (mittlerweile in Elternzeit) wurde schließlich zu 22 Monaten Haft und Sindy H. (heute Verkäuferin) zu sieben Monaten Haft – in beiden Fällen auf Bewährung – verurteilt.

Außerdem müssen sie 720 Euro an den Rentner zahlen – für Portmonee und Inhalt.

Da die Herren nun nicht mehr zahlen konnten, mussten sie unverrichteter Dinge wieder abrücken.

Mindestens acht Mal, so die Anklage, fielen ihnen Sexsuchende zum Opfer.

Nur ein 72-jähriger Rentner ließ sich nicht wegschicken. Er durchsuchte das Schlafzimmer nach seinem Geldbeutel – gefüllt mit 600 Euro. „Plötzlich rannte eine der beiden in die Küche und holte ein Messer. Damit fuchtelte sie vor mir herum, damit ich die Wohnung verlasse“, schildert das Abzock-Opfer der Richterin.

Doch der Rentner ging nicht unbefriedigt nach Hause, sondern zur Polizei – erstattete Anzeige. Die Huren legten gestern ein Geständnis ab, entschuldigten sich bei dem alten Mann.

http://www.bild.de/regional/dresden/pro ... .bild.html

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Hat er eine Hobbyhure vergewaltigt?

#52

Beitrag von translena » 2015-07-09, 04:01

Hat er eine Hobbyhure vergewaltigt?

Chemnitz - Er wollte sich nur etwas Liebe kaufen - sagt er. Ich bin vergewaltigt worden - sagt sie. Jetzt muss das Amtsgericht Chemnitz klären: Geriet Tino M. (45) in eine böse Sexfalle - oder ist er ein eiskalter Vergewaltiger?

Es ist ein Prozess voller Widersprüche. „Wir haben uns bei McDonald’s kennengelernt“, sagte Derya A. (28) über den Tat-Abend im November 2014 aus. „Als wir dann bei ihm in der Wohnung waren, wurde er zudringlich.“

Schließlich soll der Arbeitslose die Frau vergewaltigt haben. Seine Version klingt komplett anders: „Ich war einsam. Ich habe auf einer Internet-Seite für Prostituierte die Frau gebucht. Das sollte 150 Euro kosten. Sie kam auch zu mir, und wir hatten bezahlten Verkehr.“ Ohne Kondom.

Danach soll die 28-Jährige von Schulden erzählt haben. „Sie wollte noch einmal 400 Euro von mir. Würde ich nicht zahlen, bekäme ich eine Anzeige wegen Vergewaltigung.“ Tino M. schmiss die Frau aus der Wohnung.

Wenige Stunden später standen Polizisten vor seiner Tür - Festnahme. Er sitzt seitdem im Knast. Aber: Noch heute sind zwei Profile der 28-Jährigen und ihrer Schwester auf einschlägigen Internet-Portalen gelistet. Und bei der dritten Polizei-Vernehmung gab Derya A. plötzlich zu, dass für rund 300 Euro ein Sex-Treffen vereinbart gewesen war …
https://mopo24.de/nachrichten/hat-er-ei ... ltigt-7238

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RE: LokalNachrichten: DRESDEN & SACHSEN

#53

Beitrag von fraences » 2015-08-09, 01:15

Streit um Prostitution in der Nachbarschaft
Anwohner fühlen sich belästigt; die Zustände verschlimmern sich, sagen sie. Die Stadt sieht keine Handhabe - vorerst.

Von Michael Müller

Es war Liebe auf den ersten Blick, sagt die junge Frau. Das Wohnhaus ein sanierter Gründerzeitbau, die Wohnung von vorteilhaftem Zuschnitt, die zugehörige Dachterrasse außergewöhnlich groß. "Einfach cool." Daher habe es auch kein Zögern gegeben, als sie vor etwa zwei Jahren ans östliche Ende der Lohrstraße zog. Ob sie es heute wieder tun würde? Vermutlich nicht, sagt sie. Der Lärm auf der Straße nehme zu, gerade in den Abendstunden. Knallende Autotüren, nächtliches Geschrei. Auch seien immer wieder "seltsame Gestalten" anzutreffen. "Meine Kinder würde ich hier nicht aufwachsen lassen wollen."

Vor allem die Etablissements in den unteren Etagen mehrerer benachbarter Wohnhäuser sind es, die sie und andere Anwohner für die Zustände entlang der Straße verantwortlich machen. Auffällig leuchtende Dekorationen in verhangenen Fenstern weisen darauf hin, dass hier eine ganze Reihe von Damen des horizontalen Gewerbes ihre Dienste anbietet. Dieser Teil der Lohrstraße, nur etwa gut 100 Meter von der Grenze des innerstädtischen Sperrbezirks entfernt, gilt seit vielen Jahren als eine der eingeführtesten Rotlicht-Adressen der Stadt.

Anderswo sieht es ähnlich aus. Rund um den seit mehr als 20 Jahren geltenden Sperrbezirk, der im wesentlichen die Innenstadt und zentrumsnahe Viertel umfasst, haben sich etwa drei Dutzend Standorte mehr oder weniger fest etabliert, an denen Prostituierte offen oder halb im Verborgenen ihre Dienste anbieten(Grafik). Vor allem auf dem Sonnenberg und im Lutherviertel, wo die Mieten vergleichsweise günstig sind und zum Teil ganze Häuser leer stehen, finden sich zahlreiche Adressen, aber auch an den Ausfallstraßen in Richtung Autobahn und Umland.

"Die Zustände in der Lohrstraße werden immer schlimmer", klagt Eberhard König*, Eigentümer eines der Wohnhäuser in der Nachbarschaft. Der Jurist aus München hatte zu Beginn der 1990er-Jahre eine Menge Geld in die denkmalgerechte Sanierung des Gründerzeitbaus investiert, zuletzt vor allem an Studenten vermietet. Mittlerweile aber stehe sein Wohnhaus zur Hälfte leer, sagt er. "Meine Mieter trauen sich am Abend nicht mehr auf die Straße und kündigen reihenweise die Mietverträge." Die Stadt unternehme ihrerseits nichts, um die für die Anwohner untragbaren Zustände zu beseitigen.

In einem Brief, den er kürzlich an Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig sandte, wird Eberhard König deutlicher. "Wollen Sie Zustände wie einst in der Bronx in New York?", fragt er das Stadtoberhaupt zugespitzt - und droht mit juristischen Schritten. Er lasse derzeit eine Schadensersatzklage gegen die Stadt Chemnitz prüfen und werde nicht zögern, eine solche zu erheben, sollte die Verwaltung nicht gegen die aus seiner Sicht "untragbaren und rechtswidrigen Zustände" einschreiten, kündigt er an.

Der Brief war nicht der erste, den König in dieser Angelegenheit ans Rathaus sandte. Bereits 2013 hatte er sich deswegen an die Stadtverwaltung und selbst an das Büro von Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich gewandt. OB Ludwig sagte damals schriftlich zu, dass "einzelne Prostitutionsbetriebe" in der Lohrstraße gewerberechtlich überprüft werden sollen. Zudem wollte das Stadtoberhaupt die Möglichkeit prüfen lassen, ob der an der Müllerstraße endende Sperrbezirk erweitert werden kann.

Nun aber heißt es aus dem Rathaus, Prostitution unterliege nicht dem Gewerberecht. Da die Lohrstraße sich außerhalb des Sperrbezirks befinde, sei die Ausübung dort ordnungsrechtlich nicht zu beanstanden. Für die Festlegung des Sperrbezirks sei im Übrigen nicht die Stadtverwaltung, sondern die Landesdirektion zuständig. Dort wird derzeit über einen Entwurf für eine Erweiterung des Sperrbezirks beraten. "Die Stadt Chemnitz hat bislang jedoch nicht ausreichend dargestellt, inwieweit die Wohnungsprostitution aus den Wohnungen hinausdringt und dadurch den Schutz der Jugend bzw. den öffentlichen Anstand gefährdet", sagte ein Sprecher.

Dass die von den Anwohnern der Lohrstraße kritisierten Erotik-Studios sich negativ auf die Sicherheit im Viertel auswirken, mag die Polizei bislang nicht bestätigen. "Gegenwärtig werden im Zusammenhang mit diesen Wohnungen keine Straftaten bearbeitet", hieß es im Juli. Allerdings berichten Nachbarn von wiederholten Polizeieinsätzen auf den Grundstücken leer stehender, teilweise ruinöser Häuser an der Straße. Von Drogengeschichten ist die Rede.

Das Geschäft mit der Lust: Behörden ohne Überblick

Prostitution ist in Sachsen laut Landesdirektion nur in Kommunen bis 50.000 Einwohner sowie innerhalb von Rotlicht-Sperrbezirken verboten, die für Chemnitz (Grafik), Dresden, Leipzig, Zwickau und Plauen festgelegt wurden. Außerhalb dieser Bereiche ist Prostitution grundsätzlich erlaubt - außer im 200-Meter-Radius um Kinder- und Freizeiteinrichtungen, Schulen, Kirchen, Kirchgemeindezentren, Krankenhäuser und Senioren-heime. Wohnungsprostitution sei dort untersagt, wo Menschen unter 18 Jahren, die mit im Haus wohnen, dadurch "sittlich gefährdet" würden.

Wie viele Sexarbeiterinnen in Chemnitz tätig sind, wissen die Behörden nicht. Prostituierte seien weder registriert noch verpflichtet, sich regelmäßig untersuchen zu lassen.

http://www.freiepresse.de/LOKALES/CHEMN ... 9428-2.php
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RE: LokalNachrichten: DRESDEN & SACHSEN

#54

Beitrag von fraences » 2015-08-14, 11:33

Prostitution: Staat kassiert in der Stadt kräftig mit
Bündnisgrüne kritisieren Wissenslücken bei zuständigen Behörden

Von Michael Müller


Nirgendwo sonst in Sachsen führen so viele Prostituierte und Prostitutionsbetriebe Steuern an den Staat ab wie in Chemnitz. Das geht aus einer aktuellen Auflistung hervor, die die Staatsregierung im Auftrag der grünen Landtagsfraktion gefertigt hat. Demnach waren bei den beiden Chemnitzer Finanzämtern im vergangenen Jahr 84 selbstständige Prostituierte registriert. Das waren doppelt so viele wie in Leipzig und viermal so viele wie in Dresden. Bei der Chemnitzer Steuerfahndung waren zudem knapp 4100 Prostituierte erfasst, die aufgrund ihrer Tätigkeit in Südwestsachsen an einem besonderen Verfahren zur Steuervorauszahlung teilnehmen. Auch hier liegt die Zahl um ein Vielfaches höher als im Raum Leipzig oder im früheren Regierungsbezirk Dresden.

"Die öffentlichen Kassen verzeichnen Einnahmen durch Prostitution - allerdings mit hohen regionalen Unterschieden, die nicht verständlich sind", kommentiert EvaJähnigen, die rechtspolitische Sprecherin der Fraktion, die Zahlen. Laut Angaben der Staatsregierung wurden einzelne Prostituierte mehrfach erfasst, weil sie ihre Dienste an wechselnden Orten anbieten.

Insgesamt offenbarten die Antworten auf die Anfrage der Grünen große Wissenslücken der Behörden, sagte Jähnigen mit Blick auf die Bekämpfung von Menschenhandel, Zwangsprostitution und den Schutz legaler Prostituierter vor Kriminellen. Nach Angaben der Staatsregierung veranstaltet das Chemnitzer Ordnungsamt alle zwei Jahre eine Zusammenkunft zur Bewertung der Prostitution in der Stadt. An ihr beteiligten sich auch Vertreter der Staatsanwaltschaft, des Landeskriminalamtes, der Polizei, der für Sittendelikte zuständigen Inspektion der Kriminalpolizei, der Steuerfahndung und des Hauptzollamtes. Wegen Verstößen gegen den in der Innenstadt und angrenzenden Vierteln geltenden Sperrbezirk seien seit dessen Einführung vor 23 Jahren 21 Anzeigen bearbeitet worden (Leipzig: 421). Nur in einem einzigen Fall wurde ein Bußgeld verhängt. In den übrigen Fällen sei den behördlichen Aufforderungen zur Beendigung der Prostitution umgehend Folge geleistet worden.

http://www.freiepresse.de/LOKALES/CHEMN ... 274465.php
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RE: LokalNachrichten: DRESDEN & SACHSEN

#55

Beitrag von Hamster » 2016-06-03, 15:29

02.06.2016
Welthurentag
PROSTITUTION IN DRESDEN:
DNN BELEUCHTEN DRESDENS ROTLICHT-SZENE

Das "schmutzige Geschaeft", das "aelteste Gewerbe der Welt", oder einfach nur Prostitution - Sexarbeit fuer Geld hat viele Namen. Zum heutigen Welthurentag beleuchten die DNN Dresdens Rotlicht-Szene. Ist das Geschaeft wirklich noch so schmutzig?

Weiterlesen auf:
www.dnn.de/Dresden/Lokales/Prostitution ... icht-Szene

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RE: LokalNachrichten: DRESDEN & SACHSEN

#56

Beitrag von Melanie_NRW » 2017-02-20, 23:37

Zwischen Rotlicht und Blaulicht: Plauen fegt seinen Problembezirk

Im Stadtkern hinter der Hammerstraße liegt ein buntes Gemenge an Problemen. Mit Geld soll sich dort einiges regeln lassen.

Plauen. Nirgendwo in Plauen leben mehr Sozialgeld-Empfänger, und nirgendwo haben sich so viele Prostituierte niedergelassen wie dort: Die Stadtplaner nennen das Viertel östliche Bahnhofsvorstadt. Zwischen Jößnitzer Straße, Goethe-straße und Gottschaldstraße liegt es, und eine Grenze markiert die Hammerstraße. Da, wo rote Herzchen in den Fenstern leuchten.

Seit zwei Jahren arbeiten die Stadtplaner an einer Strategie, um das Viertel aufzuwerten. Eigentlich geht es um eine gewisse Verdrängung. Zum ersten Mal bekommt ein Stadtteil ein Imagekonzept übergestülpt, das so bunt ist wie seine Bewohner. Es besteht aus zwei Säulen: Die Stadt lässt Straßen und Grünflächen sanieren und versucht die Leute, die dort leben, wieder in die Mitte der Gesellschaft zu holen. Aus zwei Kanälen fließt Geld dafür. Über die Städtebauförderung wird saniert, und aus dem Europäischen Sozialfonds kommen rund 900.000 Euro für soziale Integration. Das sind Beschäftigungsmaßnahmen für die Bewohner. "Diese Kombination hatten wir noch nie", sagt Bau- und Umweltamtschefin Kerstin Schicker.

Das geht, weil in dem Viertel viele Menschen am Existenzminimum leben. Jeder Vierte bezieht Sozialgeld. Das sind fast doppelt so viele wie im Plauener Durchschnitt. Die niedrigen Mieten ziehen. In dem Gebiet kam es in den vergangenen Jahren immer wieder zu Polizeieinsätzen wegen sozialer Probleme. Vor wenigen Tagen stand ein Mann vor Gericht, der dort Haschisch und Crystal verkauft hat.

Wie lässt sich mit Geld eine ganze Gegend umkrempeln? "Unsere Chance ist es, die Umgebung in Ordnung zu bringen. Ruinen rauszunehmen, Bäume pflanzen. Wir müssen als Kommune dort Eigentum bekommen", sagt Schicker.

Der erste Eindruck soll aufgewertet werden. Das beginne mit ordentlichen Fußwegen und Straßen. "Ein Gebiet gewinnt, wenn die Straßen saniert sind", sagt sie. Hauseigentümer würden nachziehen und ebenfalls sanieren, lehre die Erfahrung. Die Wohnungsbaugesellschaft plane bereits, und auch Privatinvestoren haben leerstehende Gebäude gekauft. Darunter auch jenes Haus an der Kaiserstraße, in dem die Polizei vor wenigen Jahren eine Haschisch-Großplantage ausgehoben hat. "Das Haus würde nicht gemacht werden, wenn wir die Kaiserstraße nicht saniert hätten", sagt Schicker. Rund um den Schlossberg, der zum Viertel gehört, fruchte diese Strategie bereits. Dort lockt veredelter Wohnraum mit den Vorzügen der Zentrumsnähe.

Stadtentwickler Falk Forster bringt es so auf den Punkt: "Wir bestellen das Feld." Die ersten Straßen sind erneuert, die nächsten Baustellen stehen an. Tischerstraße und Paul-Schneider-Straße zum Beispiel. Der Spielplatz an der Tischerstraße werde 2018 vergrößert. Auch Edeka denke an einen Neubau im Wohngebiet. An der Reißiger Straße, wo die Diska-Ruine steht. "Die jüngste Ruine der Stadt", sagt Forster. Es läuft eine Diskussion über eine bessere Zufahrt zum Supermarkt.

Die Stadtentwickler setzen auf den Sanierungseffekt. Attraktive Wohnungen würden Leute anlocken, die sich diese leisten können. Das entschärfe die soziale Lage. Schicker will die Jungen im Viertel halten, die sich vom ersten selbst verdienten Geld die erste Wohnung eingerichtet haben.

Ein groß angelegtes Selbsthilfe-Projekt soll Bewohner auffangen, die sich selbst aufgegeben haben. Das Art Collektiv will mit ihnen Postkarten basteln und ein Kochbuch zusammenstellen, die Paulus-Kirchgemeinde plant einige Pflanzeinsätze und die Arbeitsloseninitiative ein Reparatur-Café, in dem Langzeitarbeitslose für andere Bügeleisen reparieren und Hosen flicken. 18 solche Projekte sollen bis Sommer 2021 umgesetzt werden. Die freien Träger, die sie durchführen, brauchen indes einen langen Atem für die Bürokratie. "Wir könnten längst anfangen. Aber im Moment schreiben wir nur Anträge", sagt Konstanze Schumann, Geschäftsführerin der Arbeitsloseninitiative.

Förderung aus dem Europäischen Sozialfonds zu beantragen, sei kompliziert, so Stadtentwickler Forster. Im Laufe des Jahres sollen die ersten Projekte starten.

Straßen bauen geht einfacher als Menschen zu motivieren. Auch die Beschäftigungsprojekte dürften es schwer haben, die Bewohner zu erreichen. "Man hat die Möglichkeit, gar nichts zu machen. Oder man versucht, ihnen etwas anzubieten", sagt Kerstin Schicker.

Das Rotlichtviertel auf Hammer- und Lessingstraße hat gute Chancen, die Wohngebiets-Imagekampagne zu überstehen. "Wir kriegen das nicht weg. Es ist auch nicht unsere stadtplanerische Aufgabe, das zu bewerten", sagt die Bauamtschefin.

http://www.freiepresse.de/LOKALES/VOGTL ... 829194.php
Ein Freund meinte, ich hätte Wahnvorstellungen. Da wäre ich fast von meinem Einhorn gefallen!

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#57

Beitrag von Jason » 2018-01-07, 20:22

Schutzgebühr für Sexarbeiter: Verwaltung als Zuhälter?

Prostituierte sollen in Deutschland seit Mitte 2017 besser geschützt sein. In Sachsen kann davon aber noch keine Rede sein.

Von Tino Moritz
erschienen am 05.01.2018

Dresden. Im Oktober 2016 beschloss der Bundestag das Prostituiertenschutzgesetz. "Kunden und Kundinnen von Prostituierten sowie Prostituierte haben dafür Sorge zu tragen, dass beim Geschlechtsverkehr Kondome verwendet werden", lautet der erste Absatz von Paragraf 32. Einen Paragraf weiter steht, dass Kunden, die die Kondompflicht missachteten, eine Geldbuße bis zu 50.000 Euro riskieren. Ebenfalls geregelt ist der Obolus für eine andere Ordnungswidrigkeit: 1000 Euro, wenn Sexarbeiter ihrer Anmeldepflicht nicht nachkommen.

Das Problem ist nur: In Sachsen konnten sich Prostituierte, deren Anzahl von der Regierung landesweit mit etwa 10.000 angegeben wird, bisher noch gar nicht neu anmelden, weil sie gar nicht gewusst hätten, wo. Das Bundesgesetz, das das legale Geschäft mit bezahltem Sex erleichtern und Zuhälterei und Zwangsprostitution erschweren soll, trat zwar schon am 1. Juli 2017 in Kraft, die Übergangsregelungen hätten auch eine Anmeldung bis zum 31. Dezember 2017 erlaubt.

Das sächsische "Ausführungsgesetz" aber, das zur Regelung der Zuständigkeiten nötig ist, ließ bisher auf sich warten. Erst am 19. Dezember verabschiedete das Kabinett einen Entwurf, um die Umsetzung des Bundesrechts "rechtssicher" zu machen, wie Sozialministerin Barbara Klepsch (CDU) mitteilte. Über die Verspätung des Entwurfs, dessen Verabschiedung durch den Landtag frühestens im Frühjahr denkbar ist, verlor sie kein Wort - auch nicht über die Details, die in den Kommunen gar nicht gut ankommen.

Prostitution ist in Sachsen nur in Städten mit mehr als 50.000 Einwohnern erlaubt - neben Dresden, Leipzig und Chemnitz also auch in Görlitz, Zwickau und Plauen. Den jeweiligen Landkreisen und kreisfreien Städten wird die Umsetzung des Prostituiertenschutzes nun als neue "Pflichtaufgabe" übertragen. Und dazu gehört es nach Ansicht des Freistaates auch, die Prostituierten zur Kasse zu bitten. Bereits Ende November rechnete die Dresdner Sozialbürgermeisterin Kristin Kaufmann (Linke) in einem internen Schreiben vor, was da zusammenkäme: für die vorgeschriebene gesundheitliche Beratung 60 Euro, für die Ausstellung der Anmeldebescheinigung 40 und für die Gewähr eines Pseudonyms 15 Euro. Unter 21-Jährige, die halbjährlich zur Gesundheitsuntersuchung müssten, hätten pro Jahr eine zusätzliche Belastung von bis zu 175 Euro zu befürchten.

Das Gesetz solle doch Zwangslagen beseitigen und nicht durch Gebühren verschärfen, monierte Kaufmann. Sie warnte, dass damit "die Verwaltung zum Zuhälter" zu werden drohe. Auch die Grünen-Landtagsabgeordnete Katja Meier sieht "die Gefahr, dass sich Prostituierte gar nicht anmelden und damit in die Illegalität gedrängt werden". Sie verweist auf andere Bundesländer wie Mecklenburg-Vorpommern, Baden-Württemberg oder Nordrhein-Westfahlen, in denen die Prostituierten eben nichts extra zahlen müssten.

Die Kostenfrage stellten vor einem Monat auch Landkreistag und Gemeindetag. Ihre Stellungnahmen an das Sozialministerium liegen nun dem Landtag vor. Darin fordern sie einen dauerhaften Mehrbelastungsausgleich für die Kommunen anstelle der Gebührenerhebung. Geholfen hat das nicht, das Sozialministerium rückte nicht von seinen Plänen ab. Dafür empfahl es den Kommunen ebenfalls im Dezember, trotz bisheriger "Ermangelung der formellen Rechtsgrundlage" die Anmeldungen von Prostituierten entgegenzunehmen und auch die gesundheitlichen Beratungen durchzuführen - auf Kontrollen und Ordnungswidrigkeitsverfahren aber erst einmal zu verzichten.

Quelle: https://www.freiepresse.de/NACHRICHTEN/ ... 095636.php
> ich lernte Frauen zu lieben und zu hassen, aber nie sie zu verstehen <

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RE: LokalNachrichten: DRESDEN & SACHSEN

#58

Beitrag von friederike » 2018-01-07, 20:44

Da lohnt sich doch fast ein "Anmeldungstourismus" nach NRW ...

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#59

Beitrag von Jason » 2018-02-07, 20:39

Prostituierte beklagen hohe Kosten, Kommunen fühlen sich allein gelassen

Schätzungen zufolge arbeiten 3.000 Prostituierte in Sachsen. Für sie soll es bald neue Regeln geben – jährliche Pflichtberatungen zum Beispiel. Die sollen die Prostituierten einem Gesetzentwurf zufolge selbst bezahlen. Das ruft Kritik auf den Plan.

von Denise Peikert




Eigentlich soll das neue Prostituiertenschutzgesetz das Leben der Betroffenen besser machen: Frauen und Männer, die sexuelle Dienstleistungen anbieten, sollen vor brutalen Zuhältern geschützt und die bislang recht unübersichtliche Szene soll für die Behörden durchschaubarer werden.

Deswegen gilt seit Juli 2017 ein neues Gesetz. Das verlangt von Bordellen ein Betriebskonzept und die Einhaltung neuer Bauvorschriften. Und die Prostituierten müssen sich amtlich anmelden und mindestens einmal im Jahr zu einer Pflichtberatung ins Gesundheitsamt.

Soweit die Theorie. In vielen Bundesländern, darunter auch Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, herrscht aber noch Chaos und Unsicherheit: Die Länder haben das Gesetz auch mehr als ein halbes Jahr nach seinem Inkrafttreten noch nicht umgesetzt.

Die Lage in Sachsen
In Sachsen soll sich das nun ändern. Die Landesregierung hat einen Gesetzesentwurf vorgelegt. Dem Sozialministerium zufolge ein Erfolg: "Die Prostituierten erhalten mit der Beratung umfassenden Zugang zu Informationen über ihre Rechte und Pflichten sowie über Unterstützungsangebote", sagte Ministerin Barbara Klepsch bei der Verabschiedung des Gesetzes. Wie das Gesetz genau umgesetzt werden soll, sei Aufgabe der Kommunen, heißt es vom Sozialministerium.

Gegen das Gesetz aber laufen andere Akteure Sturm: die Kommunen, die Opposition im Landtag und die Betroffenen aus dem Milieu selbst. Ihre Hauptkritik: Das Gesetz, das Prostituierte schützen soll, bringt sie in eine nur noch prekärere Lage.


Dresden: Kosten für Pflichtberatungen
Beispiel Dresden: Hier gibt es Schätzungen zufolge etwa 400 bis 600 Prostituierte. Die Stadt hat in einer dem MDR vorliegenden Stellungnahme schon einmal durchgerechnet, was das geplante Gesetz für die Betroffenen bedeuten würde. Um kostendeckend arbeiten zu können, heißt es darin, wird die Pflichtberatung für Prostituierte im Gesundheitsamt etwa 60 Euro kosten. Für die Ausstellung einer Anmeldebescheinigung werden demnach etwa 40 Euro fällig. Da für Frauen unter 21 Jahren dem neuen Gesetz zufolge zwei Pflichtberatungen pro Jahr vorgesehen sind, werden diese besonders belastet.

Auch Hilfsorganisationen wenig begeistert
Auch Hilfsorganisationen kritisieren das neue Gesetz. Ulrike Richter von Kobranet e.V., einer Beratungsstelle für Opfer von Menschenhandel, arbeitet viel mit Prostituierten aus Dresden zusammen. "Die Frauen wollen in der Regel alles richtig machen – sich ordnungsgemäß anmelden, alle Pflichttermine wahrnehmen. Die Anmeldegebühren sind für sie ein großes Problem", erklärt Richter.

Neben den Gebühren sieht sie aber noch andere Schwierigkeiten bei dem neuen Gesetz. "Die Pflichtberatungen sollen ja auch helfen, herauszufinden, welche Frauen sich in einer Zwangslage befinden, also zum Beispiel von Zuhältern zur Prostitution gezwungen werden oder Opfer von Menschenhandel sind. Ich glaube nicht, dass das mit einem Gespräch beim Gesundheitsamt herauszufinden ist. Zudem ist noch ungeklärt, wie diese Gespräche übersetzt werden sollen", erklärt Richter.

Schwierigkeit, wenn Zuhälter im Spiel sind
Carmen Wolf vermietet Wohnungen an Masseurinnen und Prostituierte in Dresden. Sie glaubt, dass die Prostituierten durchaus in der Lage sein dürften, die Gebühren zu bezahlen – aber nur theoretisch. "Bei mir bekommen die Frauen einen fairen Lohn – ich vermiete nur Zimmer und bekomme nicht, wie es anderswo üblich ist, 50 Prozent der Einnahmen. Die Frauen müssten also locker in der Lage sein, die Pflichtberatungen und Untersuchungen zu bezahlen. Allerdings sind viele in der Gewalt von Zuhältern – und denen bleibt nach einem Arbeitstag höchstens noch Geld für einen Hamburger übrig. Daran wird auch das neue Gesetz nichts ändern."

Petition gegen das neue Gesetz
In Dresden gibt es inzwischen auch eine Petition gegen das neue Gesetz. Angeführt wird der Protest von unerwarteter Seite: Katrin Laux leitet das Tantramassagestudio "Sinnesart" in der sächsischen Landeshauptstadt. Sie ist empört, dass ihr Unternehmen künftig überhaupt unter das Prostitutionsschutzgesetz fällt: "Bei uns gibt es keinen Geschlechtsverkehr. Meine Mitarbeiter sehen sich deshalb auch nicht als Prostituierte und wollen auch nicht als solche registriert werden. Durch das neue Gesetz sind 60 bis 80 Arbeitsplätze gefährdet."

Ein noch viel größeres Problem für Laux ist die Dresdner Sperrgebietsverordnung. Ihr Studio liegt nicht am Stadtrand, sondern in der Dresdner Neustadt. Aber in einem 200-Meter-Umkreis um ein Bordell oder Massagestudio dürfen sich zum Beispiel keine Kitas, Altenheime und Friedhöfe befinden. "Wenn es für uns keine Ausnahme gibt, müssen wir unser Studio schließen", meint Laux.

Städte- und Gemeindetag lehnt Gesetzentwurf ab
Neben Dresden ist Prostitution in Sachsen noch in Leipzig, Chemnitz, Görlitz und Plauen erlaubt. Der sächsische Städte- und Gemeindetag vertritt die Kommunen bei der Landesregierung und lehnt den sächsischen Gesetzesentwurf zum Prostitutionsschutzgesetz ebenfalls ab. Der Geschäftsführer des Sächsischen Städte- und Gemeindetags, Mischa Woitscheck, sagt: "Der Schutzzweck des neuen Gesetzes würde konterkariert, wenn die gesundheitliche Beratung durch die Prostituierten selbst finanziert werden müsste."

Woitschek kritisiert auch, dass es zu lange gedauert habe, bis es in Sachsen überhaupt ein Gesetz gibt. "Das Bundesgesetz ist bereits am 1. Juli 2017 in Kraft getreten. Die sächsischen Kommunen haben im Frühjahr 2017 darauf hingewiesen, dass es dringend der Verabschiedung eines Ausführungsgesetzes in Sachsen bedarf. Derzeit gibt es vielfältige Umsetzungsprobleme in den Kommunen, die allein darauf zurückzuführen sind, dass das sächsische Ausführungsgesetz nicht rechtzeitig verabschiedet worden ist."

Die Lage in Thüringen und Sachsen-Anhalt
Immerhin: In Sachsen gibt es schon einen Entwurf. In Thüringen und Sachsen-Anhalt ist man noch nicht so weit und die Situation für die jeweils etwa 500 Prostituierten in den beiden Ländern ist chaotisch.

In Thüringen gibt es dem zuständigen Innenministerium zufolge noch keinen Fahrplan, wann es ein eigenes Gesetz geben wird. Bis auf weiteres ist deshalb das Landesverwaltungsamt für die Umsetzung des Bundesgesetzes zuständig. Dort wurden bis Mitte Januar schon knapp 150 Prostituierte kostenlos beraten. Einige Gesundheitsämter des Landes verlangen dem Sprecher des Landesverwaltungsamtes zufolge aber auch schon Gebühren für die Gesundheitsberatungen.




Auch in Sachsen-Anhalt ist das Landesverwaltungsamt mit dem Thema betraut – jedenfalls bis zum Sommer, danach sehe man weiter, heißt es bei der Behörde. Bislang liegen dem Amt nach eigenen Angaben 19 Anmeldeanträge von Prostituierten vor, die aber noch nicht bearbeitet worden seien.

In anderen Bundesländern dagegen gibt es entsprechende Landesgesetze schon länger. Die Regelungen sind aber höchst unterschiedlich. In bayerischen Städten wie Nürnberg und München müssen Prostituierte für die Anmeldung und auch für das Pflichtgespräch Gebühren zahlen. In Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen dagegen sind Ausweis und Gespräch kostenfrei.

Wie es in Sachsen kommt, ist noch ungeklärt: Am Freitag (9. Februar) gibt es zu dem Gesetzesentwurf der Landesregierung eine Anhörung im Landtag. Die Grünen haben angekündigt, einem Gesetz in der aktuellen Form nicht ohne weiteres zustimmen zu können.

Quelle: https://www.mdr.de/nachrichten/politik/ ... z-100.html
> ich lernte Frauen zu lieben und zu hassen, aber nie sie zu verstehen <

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#60

Beitrag von Jason » 2018-02-07, 20:42

Meldepflicht - 39 Prostituierte in Plauen gemeldet

erschienen am 05.02.2018

Plauen. Nach Einführung einer Meldepflicht für Prostituierte haben bislang 39 Frauen ihre Tätigkeit in Plauen angezeigt. Das teilte das Landratsamt auf Nachfrage mit. Die Prostituierten kommen danach aus Deutschland, EU-Staaten und sogenannten Drittländern, die nicht Mitglied der Europäischen Union sind. Für die Personen in dem Gewerbe besteht aufgrund eines neuen Prostituiertenschutzgesetzes seit einem halben Jahr eine Meldepflicht. Erlaubt ist das Gewerbe vogtlandweit nur in Plauen. (manu)

Quelle: https://www.freiepresse.de/LOKALES/VOGT ... 122543.php
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