Ökonomie der Sexarbeit

Hier können SexarbeitInnen ihren Arbeitsplatz bzw. ihre Arbeitsbedingungen beschreiben. Was erlebt Ihr alles in Eurem Beruf?
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Marc of Frankfurt
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Technologie um den Überblick zu behalten

#101

Beitrag von Marc of Frankfurt »

Nicht nur Sexworker sollten gut Haushalten können:

Hier eine tolle Darstellung, für besseren Überblick über Haushaltsgeld und Kostenstruktur.



Interaktiver Haushaltplan eines typischen US-Bürgers (Ausgaben in % seiner Gesamtausgaben), so wie ihn die FED (Zentralbank i.e. privates Bankenkartell) für ihre Inflationsberechnung mit der Warenkorbmethode benutzt (März 07-März 08).




Gesamtansicht

Flächen: Die Größe zeigen den Haushaltsposten (Miete, Hypothek), sortiert nach Ausgabengruppen.
Farben: Warm bedeutet Preisanstieg (Erdöl), kalt bedeutet billiger (Computer), (+ 40 % bis - 10 %).



Was zuerst ungewohnt und kompliziert aussehen mag und auch auf recht komplexer Mathe beruht, bedeutet jedoch einen komplexen Haushaltsplan klar wie Seifenschaumblasen darzustellen, daß man sofort seine Kostenstruktur überblickt (So eine Datenmenge würde man nie in ein lesbares Tortendiagramm packen können).





Deutsche Version: Preiskaleidoskop
Bundesamt für Statistik in Wiesbaden:
http://www.destatis.de/Voronoi/PreisKaleidoskop.svg
http://www.destatis.de/jetspeed/portal/ ... Print.psml

Konsumausgaben als simples Balkendiagramm
http://de.statista.com/statistik/daten/ ... halte-2008

Haushalt des Bundes (Treemap)
http://bund.offenerhaushalt.de





Mathematische Theorie der Darstellung: Veroni-Baumdiagramm:
http://de.wikipedia.org/wiki/Voronoi-Diagramm
http://graphics.uni-konstanz.de/publika ... eemaps.pdf

Treemaps for hierarchies, Ben Shneiderman 1998 Uni Maryland:
http://www.cs.umd.edu/hcil/treemap-history/index.shtml

Bsp.: US-Markt, Marktkapitalisierung von 600 Aktien:
http://www.smartmoney.com/map-of-the-market/





Eine Stufe einfacher ist die Blasendarstellung
hier vom Britischen Staatshaushalt 07/08:
http://image.guardian.co.uk/sys-files/G ... ending.pdf
http://www.where-does-it-go.com/taxes/w ... lchart/109





Geldtipps für SW:
www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=91612#91612
Zuletzt geändert von Marc of Frankfurt am 07.01.2012, 16:51, insgesamt 9-mal geändert.

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Lagebericht Stuttgart: Strukturwandel SW

#102

Beitrag von Marc of Frankfurt »

Weniger Gäste, weniger Umsatz, neue Konkurrenz

Jetzt fängt auch im Rotlicht das große Zittern an



StN Rotlicht [Großansicht]
Foto: Piechowski

Stuttgart - Weil die Kundschaft den Gürtel enger schnallt, kämpfen viele Sex-Betriebe um ihre Existenz. Gewinner könnten Privatinvestoren sein, die mit neuen Geschäftsmodellen auf dem Markt eine Strukturkrise ausgelöst haben.

Im Goldenen Heinrich hängt ein Pappschild im Fenster: Dienstag zum Beispiel ist "Asbach Day", der Gespritzte für "1 Euro". Ein paar Schritte weiter auf der Leonhardstraße, im Etablissement Nixe, hängt auch ein Schild: Moet Chandon, die 0,7-Liter-Flasche, für 500 Euro.

Weinbrand oder Champagner, Dumping oder Nepp - irgendwo dazwischen bewegt sich auch das älteste Rotlichtviertel in Stuttgart. Auf Talfahrt ist man hier schon länger. Doch jetzt droht der Absturz: "Vor der Wirtschaftskrise hatten wir Arbeiter von Daimler, Mahle oder Bosch, die kamen zweimal die Woche", erzählt Bordell-Chef Jürgen (Name geändert). "Heute sind die alle auf Kurzarbeit - da sehe ich die höchstens noch einmal in 14 Tagen."

Jürgens Haus ist Mittelklasse, mit eher moderaten Preisen. Doch für die große Sause, mit Sekt und allem Pipapo, fehlt auch seinen Kunden inzwischen das Geld. Man trinkt ein Pils, kommt zur Sache und ist weg. Verdient ist daran wenig. "Das ist keine Goldgrube mehr", klagt Jürgen.

"Wer in unserem Business von Otto Normalverbraucher lebt, hat jetzt echte Probleme", sagt der Chef einer Table-Dance-Bar. "Jetzt fängt auch bei uns das große Zittern an." Die Krise spiele sich aber auch im Kopf des Kunden ab, wirft ein Sex-Club-Besitzer ein: "Ein Besuch im Nachtclub mitten in der Wirtschaftskrise, das hält der Deutsche womöglich für unangemessen."

Im Städtle sind die goldenen Zeiten ohnehin vorbei. Das Geschäft mit dem schnellen Sex wird längst von Frauen und ihren Aufpasser aus Bulgarien oder Rumänien beherrscht. Heimische Unternehmer beschränken sich mehr auf Immobiliengeschäfte im Hintergrund. Wo mit Sex nichts mehr geht, ziehen Szenekneipen und Gastronomen ein, für die das Rotlicht nur Folklore ist. Wie das Monopoly im Viertel ausgeht, ist offen.

"2002 steckt unserer Branche doch in der Dauerkrise", sagt eine Inhaberin der Firma Schiller, die in der Region sechs Nobelbrodelle und ein Laufhaus betreibt: "Zum einen erleben wir einen ruinösen Preisverfall bei sexuellen Dienstleistungen. Zum anderen drängen neue, solvente Privatinvestoren auf den Markt, weil seit 2002 die Förderung der Prostitution nicht mehr strafbar ist." Die Folge ist ein Kultur- und Strukturwandel im Rotlicht, bei dem nicht jeder aus der alten Garde mithalten kann. "Die aktuelle Finanzkrise ist da nur noch das Tüpfelchen auf dem i", meint die Geschäftsfrau.

Wer solche Prognosen in harten Zahlen ausdrücken will, beißt freilich auf Granit. Transparenz ist in der Branche ein Fremdwort, in vielerlei Hinsicht. Auch die Frauen reden nicht gerne über Umsatz und Gewinn. In Stuttgart gibt es 3700 Prostituierte und rund 150 Betriebsstätten. Laut Steuerfahndung wurden im Vorjahr 1,12 Mio. Euro Steuern von denjenigen Frauen abgeführt, die sich mit 25 Euro pro Arbeitstag haben pauschal besteuern lassen. Mehr gibt die offizielle Statistik nicht her.

Zu den Betrieben, die etwas tiefer blicken lassen, gehört das Moulin Rouge. "Wir müssen seit Januar bei den Besucher- und Umsatzzahlen einen Rückgang von bis zu 60 Prozent verzeichnen", sagt der Geschäftsführer. Ein Konzern, der den Club jahrelang gebucht hat, habe den Unterhaltungsetat wegen der Automobilkrise um ein Drittel reduziert, erzählt der Club-Chef. "Viele Geschäftsessen des Konzerns enden jetzt im Hotel - nicht mehr im Moulin Rouge."

Auch wenn Spesenritter und Jungbanker ausblieben - noble Adressen wie das Moulin Rouge oder die Firma Schiller könnten die Krise eher überstehen, meinen Branchenkenner: "Kleine Läden mit Nepp und Low-Budget-Sex sind die ersten Verlierer." Die Gewinner der Krise dürften jedoch die großen FKK-Clubs und Laufhäuser an der städtischen Peripherie sein, die von Anfang an durchgängig auf Rentabilität getrimmt sind und außerdem Einzugsgebiete von 100 Kilometer Umkreis und mehr haben.

"Die Krise im Rotlicht ist da, doch sie erreicht uns nicht", bekräftigt Jürgen Rudloff. Sein riesiger FKK-Club Paradise in einer alten Fabrikhalle steht für das Zukunftsmodell im Rotlicht: Groß, sicher, sauber, seriös und alles unter einem Dach. Die Kunden kaufen ein Pauschalangebot mit Wellness und Verköstigung; erst der Sex kostet extra. Das Risiko, dass der Mann in Krisenzeiten mehr guckt als kauft, tragen die Prostituierten, die im Club als Selbstständige auftreten. Sechs Mio. Euro hat Rudloff nach eigenen Angaben in das Anfang 2008 eröffnete Objekt investiert; der Umsatz im ersten Jahr dürfte bei rund fünf Mio. Euro liegen.

Rudloff expandiert, mit Plänen für weitere "Lifestyle-Points" oder "Europas größtes Erotikhotel". Auch der Börsengang, ein alter Traum der Szene, soll wieder auf der Tagesordnung sein. "Über die Krise redet hier keiner, auch die Kunden nicht" meint Marketing-Mann Michael Beretin. "Den umsatzstärksten Tag im Vorjahr hatten wir am 17.September 2008: Das war zwei Tage nach der Pleite von Lehman Brothers."


Michael Isenberg
http://www.stuttgarter-nachrichten.de/s ... hp/2015568





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Cash unter der Matraze verzinst sich nicht

#103

Beitrag von Marc of Frankfurt »

Gilt im Sexbiz und auch in der Krise?:

"Nur Bares ist Wahres"



Schweizer bunkern 1000er-Noten:
http://bazonline.ch/wirtschaft/konjunkt ... y/31277083





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gesellschaftliche Kosten

#104

Beitrag von Marc of Frankfurt »

Die Kosten der Kriminalisiserung
In den USA wird die Sanierung der Finanzhaushalte durch Legalisierung von Drogen, Prostituton und Glückspiel diskutiert:


The costs of criminalisation

Paying With Our Sins



By NICK GILLESPIE
May 16, 2009


THE Obama administration’s drug czar made news last week by saying he wanted
to end all loose talk about a “war on drugs.” “We’re not at war with people
in this country,” said the czar, Gil Kerlikowske, who favors forcing people
into treatment programs rather than jail cells.

Here’s a better idea — and one that will help the federal and state
governments fill their coffers: Legalize drugs and then tax sales of them.
And while we’re at it, welcome all forms of gambling (rather than just the
few currently and arbitrarily allowed) and let prostitution go legit too.
All of these vices, involving billions of dollars and consenting adults,
already take place. They just take place beyond the taxman’s reach.

Legalizing the world’s oldest profession probably wasn’t what Rahm Emanuel,
the White House chief of staff, meant when he said that we should never
allow a crisis to go to waste. But turning America into a Sin City on a Hill
could help President Obama pay for his ambitious plans to overhaul health
care and invest in green energy. More taxed vices would certainly lead to
significant new revenue streams at every level. That’s one of the reasons 52
percent of voters in a recent Zogby poll said they support legalizing,
taxing and regulating the growth and sale of marijuana. Similar cases could
be made for prostitution and all forms of gambling.

In terms of economic stimulation and growth, legalization would end black
markets that generate huge amounts of what economists call “deadweight
losses
,” or activity that doesn’t contribute to increased productivity.

Rather than spending precious time and resources avoiding the law (or, same
thing, paying the law off), producers and consumers could more easily get on
with business and the huge benefits of working and playing in plain sight.


Consider prostitution. No reliable estimates exist on the number of
prostitutes in the United States or aggregate demand for their services.
However, Nevada, one of the two states that currently allows paid sex acts,
is considering a tax of $5 for each transaction. State Senator Bob Coffin
argues further that imposing state taxes on existing brothels could raise $2
million a year (at present, brothels are allowed only in rural counties,
which get all the tax revenue), and legalizing prostitution in cities like
Las Vegas could swell state coffers by $200 million annually.

A conservative extrapolation from Nevada to the rest of the country would
easily mean billions of dollars annually in new tax revenues. Rhode Island,
which has never explicitly banned prostitution, is on the verge of finally
doing so — but with the state facing a $661 million budget shortfall,
perhaps fully legalizing the vice (and then taking a cut) would be the
smarter play.

Every state except Hawaii and Utah already permits various types of
gambling, from state lotteries to racetracks to casinos. In 2007, such
activity generated more than $92 billion in receipts, much of which was
earmarked for the elderly and education. Representative Barney Frank,
Democrat of Massachusetts, has introduced legislation to repeal the federal
ban on online gambling; and a 2008 study by PriceWaterhouseCoopers estimates
that legalizing cyberspace betting alone could yield as much as $5 billion a
year in new tax revenues. Add to that expanded opportunities for less exotic
forms of wagering at, say, the local watering hole and the tax figure would
be vastly larger.

Based on estimates from the White House Office of National Drug Control
Policy, Americans spend at least $64 billion a year on illegal drugs. And
according to a 2006 study by the former president of the National
Organization for the Reform of Marijuana Laws, Jon Gettman, marijuana is
already the top cash crop in a dozen states and among the top five crops in
39 states, with a total annual value of $36 billion.

A 2005 cost-benefit analysis of marijuana prohibition by Jeffrey Miron, a
Harvard economist, calculated that ending marijuana prohibition would save
$7.7 billion in direct state and federal law enforcement costs while
generating more than $6 billion a year if it were taxed at the same rate as
alcohol and tobacco.
The drug czar’s office says that a gram of pure cocaine
costs between $100 and $150; a gram of heroin almost $400; and a bulk gram
of marijuana between $15 and $20. Those transactions are now occurring off
the books of business and government alike.

As the history of alcohol prohibition underscores, there are also many
non-economic reasons to favor legalization of vices: Prohibition rarely
achieves its desired goals and instead increases violence
(when was the last
time a tobacco kingpin was killed in a deal gone wrong?) and destructive
behavior
(it’s hard enough to get help if you’re a substance abuser and that
much harder if you’re a criminal too). And by policing vice, law enforcement
is too often distracted at best or corrupted at worst
, as familiar headlines
about cops pocketing bribes and seized drugs attest. There’s a lot to be
said for treating consenting adults like, well, adults.

But there is an economic argument as well, one that Franklin Roosevelt
understood when he promised to end Prohibition during the 1932
presidential
campaign. “Our tax burden would not be so heavy nor the forms that it takes
so objectionable,” thundered Roosevelt, “if some reasonable proportion of
the unaccountable millions now paid to those whose business had been reared
upon this stupendous blunder could be made available for the expense of
government.”

Roosevelt could also have talked about how legitimate fortunes can be made
out of goods and services associated with vice. Part of his family fortune
came from the opium trade
, after all, and he and other leaders during the
Depression oversaw a generally orderly re-legalization of the nation’s
breweries and distilleries.

There’s every reason to believe that today’s drug lords could go legit as
quickly and easily as, say, Ernest and Julio Gallo, the venerable winemakers
who once sold their product to Al Capone. Indeed, here’s a (I hope
soon-to-be-legal) bet worth making: If marijuana is legalized, look for the
scion of a marijuana plantation operation to be president within 50 years.

Legalizing vice will not balance government deficits by itself — that will
largely depend on spending cuts, which seem beyond the reach of all
politicians. But in a time when every penny counts and the economy needs
stimulation, allowing prostitution, gambling and drugs could give us all a
real lift.

http://www.nytimes.com/2009/05/17/opini ... &th&emc=th





Drogen-Steuer New York: If you can't beat it, tax it:
viewtopic.php?p=32178#32178

Im Sommer 2005 veröffentlichte Milton Friedman mit renomierten Wirtschaftswissenschaftlern aus Harvard eine Untersuchung über die hohen Kosten, die die Verbotspolitik allein am Beispiel von Marijuana zur Folge hat:

7,7 Mrd. USD/Jahr in den USA. Hinzu kommen zusätzlich die entgangenen Gewinne der Steuerereinnahmen, die eine Legalisierung des Handels erwirtschaften könnte: 6,2 Mrd. USD/Jahr. Und darin sind nicht einmal die sozialen Kosten enthalten wie, dass die Substanz nicht zur Schmerzheilung verwendet werden darf, oder was es für gesellschaftliche Konsequenzen hat, wenn viele Jugendliche Konsumenten per Legaldefinition zu Straftätern werden:
http://www.prohibitioncosts.org
(forbes.com/2005/06/02/cz_qh_0602pot.html?partner=rss)
(Eine Vergleichsrechnung für den Prostitutionsmarkt würde möglicherweise ergeben, das genügend Einsparungen erzielt werden können, um Sexdienstleistungen künftig per Krankenschein zu liquidieren:-)
[InfoMail PROstitution #019 vom 9.1.2007]





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Zuletzt geändert von Marc of Frankfurt am 24.05.2009, 12:34, insgesamt 1-mal geändert.

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Umgang mit Geld

#105

Beitrag von Marc of Frankfurt »

Wirtschaftliche Not / Wirtschaftlicher Erfolg von Sexarbeitern:

Weibliche Nachhaltigkeit funktioniert besser als männliche Risikofreude.



Das belegt zumindest das Geschäftsmodell Mikrokredite sagt die Chefin der Women's World Bank Mary Iskenderian:

http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,623712,00.html

"Männer risikofreudiger sind - was in Boomzeiten gut ist. Frauen dagegen setzen auf nachhaltigen Profit. Hätten wir nicht nur Lehman Brothers, sondern auch Lehman Sisters gehabt, wäre uns die Krise mit dem jetzigen Ausmaß erspart geblieben. Doch dieser Ausgleich fehlte, obwohl inzwischen bekannt ist, dass Diversity - also ein vielfältiges Team - bessere Resultate bringt."

"Wir wissen, dass von jedem Dollar 20 Cent für Prostitution, Glücksspiel, Alkohol und Softdrinks ausgegeben werden - und das meist von Männern."




_________________





Es gibt theoretisch zwei Klassen von Sexworkern siehe Posting #1:

- ArbeiterInnen

- UnternehmerInnen

ArbeiterInnen werden gestärkt durch das Gewerkschaftsprinzip ("Gemeinsam sind wir stark, einzeln werden wir aufgerieben" oder "Gemeinsam haben wir Verhandlungsmacht, einzeln müssen wir um Lohn und Preisbezahlung betteln")
viewtopic.php?t=4508 (Thema Gewerkschaften)
Arbeiter stärken sich durch Solidarität.
Ihre Macht ist die Masse.

UnternehmerInnen erlangen Stärke durch Kapitalakkumulation durch intelligentes Wirtschaften, cleveres Investieren und selbstauferlegtes Sparen...
Ihre Macht ist das Geld, das Wissen (Geld zu produzieren). Ist das eine mehr weibliche oder männliche Eigenschaft?





Frauennetzwerke Geld / Geld der Erbengeneration die sozial investiert:

www.mamaCash.org (Förderer des Sexworker Kongress im EU Parlament Brüssel 2005)
www.marjanSax.nl (Gründungsmitglied Mama Cash)
www.donorAcademy.org (Ihr Projekt)

Philanthropy for social change (wie das Projekt sexworker.at)
Investing in Society

Devestment of government funding (failed state)
Private public partnerships (NGOs übernehmen Staatsaufgaben und mit ihnen wird auch Politik gemacht vgl. z.B. die Menschenhandelshilfsorganisationen wie Solwodi)





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Premium Marktsegment

#106

Beitrag von Marc of Frankfurt »

Alles hat seinen Preis - Wer bezahlt letztlich den Preis?


Alina (18)
"Ich habe meine Jungfräulichkeit verkauft. Es war sehr schön"
9989 Euro für das erste Mal


Venedig - Die meisten Menschen würden es schlicht als Prostitution bezeichnen. Alina Percea (18) aber findet sich extrem geschäftstüchtig. Sie versteigerte ihren ersten Sex für knapp 10 000 Euro. Jetzt löste die Rumänin ihre Auktion ein. Und fand es sogar richtig schön.

Zwei medizinische Gutachten ließ Alina erstellen, bewies damit ihre Jungfräulichkeit. Dann annoncierte sie sich selbst in einem Portal für Sex-Angebote. Schnell wurde die 18-Jährige zu dem "Must-have"-Produkt der Seite. Wo sonst kommt Mann an eine so knackige Jungfrau heran, die sich nicht ums Aussehen oder Alter ihres Lovers schert?

Doch der italienische Geschäftsmann (45), der für 9.989,- Euro den Zuschlag bekam, hat es Alina sogar richtig angetan. "Er war charmant, wirkt jünger als 45. Und er hatte keinen Bierbauch", erinnert sie sich ans erste Treffen. Marcos hatte seine Jungfrau in ein Nobel-Hotel nach Venedig eingeladen, ihr Blumen, Pralinen und teuren Schmuck geschenkt. Das Mädchen schwärmt: "Er war sehr geduldig. Wir hatten viel Zeit, bis es zum Sex kam. Wir zogen uns gegenseitig aus. Und so ging es weiter, bis zur Entjungferung. Es war eine schöne Nacht."

Zwar hatte sich die Brünette eine höhere finanzielle "Entschädigung" erhofft – sie will mit dem Geld ihr Studium in Rumänien finanzieren. "Doch sollte es zu einer Wiederholung der Nacht kommen, dann nicht mehr gegen Geld, sondern ausschließlich zum Vergnügen", betont Alina.

DK
Berliner Kurier, 23.05.2009
http://www.berlinonline.de/berliner-kur ... 64312.html



Fundierter Hintergrundartikel anläßlich des Falls Natalie Dylan
viewtopic.php?p=49717#49717 (on-line Marketing & virtuelle Prostitution)





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Gibt es einen Zwang zur nichtsexuellen Prostitution?

#107

Beitrag von Marc of Frankfurt »

Gibt es ein Grundrecht auf Einkommen?
Gibt es ein Recht auf Einkommen durch Sexarbeit?
Ein Grundrecht sich zu prostituieren?


Film zum Bedinungslosen Grundeinkommen:

Einkommen ist wie Luft unter den Flügeln




Ein Film-Essay von Daniel Häni und Enno Schmidt:

Trailer/1.Szene:
[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=fSxlyxaWYcQ[/youtube]


Transfereinkommen bekommen heute schon 49 % aller Menschen in Deutschland.

'Bedinungslos' wäre die soziale Innovation.

Es handelt sich um eine wirtschaftliches Bürgerrecht.
Das den Menschen politische Teilhabe in der Demokratie erst ermöglicht.

Französisch ohne:
www.agoravox.tv/actualites/citoyennete/ ... sion-30006





Der gesamte Film
[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=XqJjWe1QeUY[/youtube]





Film Homepage:
www.kultkino.ch/kultkino/besonderes/grundeinkommen

Sexarbeit und Menschenrechte:
www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?t=3754





[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=wZWPK81oYec[/youtube] Film von Jochen Isensee aus Braunschweig.

Die Diagramme: www.jooki.de/grundeinkommen





Die Debatte gegen Prostitution als Mißbrauch verweist unmittelbar auf den Mißbrauch durch Arbeit solange es kein bedingungsloses Grundeinkommen gibt.

Prostitution muß dabei als Sündenbock und Schimpfwort herhalten für Defizite der herrschenden Wirtschaftsverfaßtheit.



Organisationsfalle Gewinnerzielungszwang im Kapitalismus:

O-Ton vom Soziologen Prof.em. Günter Dux, Freiburg
www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=81599#81599

BGE und katholische Soziallehre:
www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=86986#86986

12 sehr gute Film-Lektionen:
http://grundeinkommen.iovialis.org/g02.html
von Matthias Dilthey (Vorschlag: Sozialumsatzsteuer) und Jörg Drescher (lebt in Ukraine)
(Iovialismus = zu Jupiter gehörende Eigenschaft der Wohltätigkeit)

Bedingungslos glücklich? Freiheit und Grundeinkommen
3sat Doku von Sabine Jainski und Ilona Kalmbach 18. März 2011:
1 www.youtube.com/watch?v=LPh-NE6Elcc
2 www.youtube.com/watch?v=uUDqRrp8bKE
3 www.youtube.com/watch?v=iC5py0_AM3Y

Aktiengesellschaft, Arbeitsrecht & Sklaverei. Zusammenhänge erklärt von Dr. rer. pol., Dipl. Kfm. André Presse (BGE-Diss):
www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=118687#118687





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Zuletzt geändert von Marc of Frankfurt am 23.06.2012, 08:36, insgesamt 15-mal geändert.

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Geld = Herzblut der Ökonomie

#108

Beitrag von Marc of Frankfurt »

Nochmal ein Film zum Thema Geldsystem:

Global Change 2009



Geld, so grundlegend wie Sex
und Komponente von Sexarbeit.


Trickfilm einer Bürgerinitiative aus Leipzig:

4 x 10 Min
[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=K1GA43TutQI[/youtube]oder in einem Stück schauen bei Google (33 min):
http://video.google.de/videoplay?docid= ... 8005331297

Startbild: gelb die unsichtbare Hand des Marktes nach Adam Smith, grau die Hand der Monopole, die den Marktmechanismus der kollektiven Selbstregulation korrumpiert.

Homepage Hintergrundinformation
Was sie über Geld wissen sollten oder “Alles wird gut - mit gutem Geld!”:
http://www.global-change-2009.com/blog/category/markt/


www.global-change-2009.com





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Weltweiter Drogen Markt

#109

Beitrag von Marc of Frankfurt »

Ein anderer ausgegrenzter/kriminalisierter Markt:

Studie - A report on Global Illicit Drugs Markets 1998-2007



The European Commission has launched a study report on global illicit drugs markets 1998-2007.

The document provides the key findings of a project assessing how the global market for drugs developed from 1998 to 2007 and describing drug policy around the globe during that period.

To the extent data allows, the project assessed how much policy measures, at the national and sub-national levels, have influenced drug problems. The analysis is focused on policy relevant matters but it does not attempt to make recommendations to governments.


Conclusion

"The enforcement of drug prohibitions has caused substantial harms"



Download PDF 72 pages:
http://ec.europa.eu/justice_home/doc_ce ... _09_en.pdf


Report für die
EU Kommission
Directorate-General for Freedom, Justice and Security
http://ec.europa.eu

von
Niederl. Inst. für geistige Gesundheit und Sucht
www.trimbos.nl
http://nl.wikipedia.org/wiki/Trimbos_Instituut
und
Rand Corp.:
http://en.wikipedia.org/wiki/Rand_corporation
(Think Thank, gilt als militaristisch)





Sex 'n' Drugs:
viewtopic.php?t=1860 (SW-only)

Zu den Preisen:
"the sellers [in Frankfurt und Mailand] were essentially price takers rather than price setters." [Seite 29 (24)]
Parallele zum Sexbiz: Derzeit herrscht ein Nachfragermarkt.
Dateianhänge
Drogenpreis.JPG

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Finanzsoftware zeigt die Orte der Verschuldungsfallen

#110

Beitrag von Marc of Frankfurt »

Methode Verschuldungsfalle wird oft Zuhältern/Menschenhändlern vorgeworfen.

Doch Zinsknechtschaft ist ein Grundprinzip und -problem unserer Geldwirtschaft (s.o.) und wurde von den Buch-Religionen stets angeprangert (Reiskorn-Schachbrett-Gleichnis).

Die derzeitige und zukünftige Finanzkrisen sind die logische Folge dieses Systemfehlers.



Doch es zeigt sich, daß die Verursacher auch die derzeitige Rettung kontrollieren. Daß diejenigen, die die Schulden verursacht haben auch die überbordenen steuer-/staatsverschuldungsfinanzierten Hilfsgelder kassieren.

Inwieweit milliardenschweres Lobbying des mächtigen Bankensektors die Politik bei Wahlkämpfen sponsort steht hier:
"Warum hat niemand den Subprime-Wahn gestoppt? Ein Verdacht drängt sich auf: Weil US-Politik und Hausfinanzierer zu eng verwoben waren":
http://www.ftd.de/politik/international ... 09911.html


Zuwendungen aus der Finanz-Wirtschaft an Präsidentschaftskandidaten:

Bild
Ganzer Artikel



Die Notwendigkeit immer mehr Schuldner suchen zu müssen, die das durch Zins und Zinseszins immer stärker, exponentiell, atombomben/krebsartig anwachsende Guthabenkapital auch ausleihen und die fälligen Zinsen erarbeiten, bedingt es irgendwann sogar eigentlich kreditunwürdige Menschen anzugraben und in die Verschuldungsfalle zu treiben. Das sind dann die sog. sub-prime Kredite für Menschen ohne Bonität (zu jung, alt, kein Einkommen, kein Vermögen - NINYA).





Bild

"Wärmekarte" zeigt die Häufigkeitsverteilung der Risiko-Hypotheken (subprime lones). Ob in den Rotgebieten die Zahl der Prostituierten/Geheimprostituierten inzwischen stark angestiegen ist?


Landkarte berechnet mit Palantir Governance Software
(Palantir = magische ZauberKugel nach J. R. R. Tolkien).

Die Software verwaltet die gesammten Hypotheken-Vertragsdaten in den U.S.A., die im Rahmen einer Regierungsuntersuchung per Gesetz offengelegt werden mußten.

Video zeigt die phantastische Data-Mining Software (7 min):
http://www.palantirtech.com/government/ ... me-lending





Solche Auswertung- und Darstellungenmöglichkeiten wünsche ich mir auch für SW-Niederlassungsfreiheit vs. Sperrgebietsverordnungen :-)

Wir dürfen davon ausgehen, daß die Kriminal-anal-yse Software Nimbus von Polizei und Steuerfahndung ähnlich mächtige Funktionen besitzt.





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Wachstumszwang vs. Suffizienz

#111

Beitrag von Marc of Frankfurt »

Sexworker verdienen ihr Geld mit der Erschaffung glücklicher Begegnungen und Momente.

Aber wie hängen Geld und Glück zusammen und was hat das alles mit Kapitalismus und Wachstum zu tun oder wird dadurch gar bedoht?



Bild


Kapitalismus - Wir könnten auch anders

Von Wolfgang Uchatius | © DIE ZEIT, 20.05.2009 Nr. 22

Warum brauchen wir Wirtschaftswachstum? Weil sonst Firmen sterben. Weil dann Menschen arbeitslos werden, arm und unglücklich. Ist das unausweichlich? Eine Alternative muss her:

http://www.zeit.de/2009/22/DOS-Wachstum?page=all





Mehr Glücksforschung:

viewtopic.php?p=27818#27818 (SW-only)





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Der Erfinder vom Freigeld

#112

Beitrag von Marc of Frankfurt »

Aus einem ähnlichen Artikel mit vielen Quellenangaben:
  • Bild

    Menschen sollten ihre Erfolge
    nicht dem Geld, nicht verbrieften Vorrechten,
    sondern der Tüchtigkeit, der Kraft, der Weisheit und
    der Liebe verdanken.


    Silivio Gesell, vor 100 Jahren



Eine natürliche Wirtschaftsordnung als Antwort auf die Wirtschaftskrise?

Eine Wirtschaftsordnung ohne Zinsen – eine Antwort auf die gegenwärtige Weltfinanzkrise
Eine Weiterentwicklung der Gedanken Silvio Gesells

von Dr. Felix Fuders, Rechts- und Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät, Universität Erlangen-Nürnberg

http://www.zeit-fragen.ch/ausgaben/2009 ... nanzkrise/

http://de.wikipedia.org/wiki/Silvio_Gesell



Und Sexwork ist dann selbstverständlicher Teil dieser natürlichen Wirtschaftsordnung?!





.

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#113

Beitrag von Ariane »

Danke Marc!!!!! Für deine besonderen Beiträge, insbesondere die letzten beiden sind mal wieder spitze!! (hab dich in meinem absurden online-roman indirekt erwähnt, siehe mein zirkus-blog, nuttenrepublik, Kap: mein Leben als Politikerin)

Darf ich dich zitieren? "Sexworker verdienen ihr Geld mit der Erschaffung glücklicher Begegnungen und Momente"

lg Ariane
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#114

Beitrag von Marc of Frankfurt »

Wär mir eine Ehre.


(Link "Die Kunst sexworker.at zu zitieren" gibt Tipps.)

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#115

Beitrag von marlena »

@marc,

auch von mir ein herzliches Danke und dass mir an solchen Einträgen immer wieder klar werden darf, wie sehr ich diese Form des Austausches schätze und als persönliche Berreicherung erlebe...
"Sexworker verdienen ihr Geld mit der Erschaffung glücklicher Begegnungen und Momente"
So schauts aus...

Liebe Grüße

Marlena
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Preis-Check

#116

Beitrag von Marc of Frankfurt »

Auch der Mietpreis wird geregelt von Angebot und Nachfrage

zumindst solange bis die Finanzblase platzt



Mieten von 23,2 % vom Umsatz haben die superreichen Immobilienfond-Investoren und Vermeiter von den Karstadt-Kaufhäusern verlangt und damit die gesammte Kaufhausholding Arcandor in den Ruin getrieben.

Prostituierten wird bisweilen ein Durchschnittstagesumsatz von 300 Euro unterstellt und ein Laufhauszimmer kostet z.B. 80-150 Euro Tagesmiete (macht durchschnittlich 26-50 % Mietanteil).
Professorin Frommel sagt nicht zuletzt deshalb: "Sexarbeiter werden systematisch verarmt" und spricht von Wucher. Doch es handelt sich um spezialisierte Gewerbeflächen in 'gut eingelaufenen Adressen' oder systematisch verknappten Toleranzzonen aufgrund der Sperrbezirksregelungen (Ghettoisierung der Prostitution aufgrund von Jugendschutz etc.). Wer also gegen Wucher wettert, wird sich mit der marktmanipulierenden Macht der Zonierungspolitik auseinandersetzen müssen, die letztlich Monopolisten begünstigt und Arbeiter ausbeutbar macht.


"Schon bei einem Verhältnis Umsatz zu Miete von zehn Prozent beginne die sogenannte Todeszone, in der ein Warenhaus die Miete gemeinhin nicht mehr erwirtschaften könne, zitiert das Magazin Einzelhandelsexperten." Abgesehen, daß der Satz mehrere Fehler enthält (Umsatz zu Miete = 10 = 1/(10 %). Variable Kosten egal in welchem Prozentwert < 100 % kann man immer erwirtschaften, solange keine Fixkosten oder Mindesterlös wie z.B. Gehalt das zum Leben ausreicht dagegenstehen.) wissen wir was gemeint ist:

Mietkostenanteil bezogen auf Umsatz soll kleiner sein als 10 % für Kaufhäuser.


Vergleicht mal Eure Kalkulation damit...
  • Auf welchen Prozentwert kommst Du?
  • Wie lauten Richtwerte für die verschiedenen Formen des Sexbiz (freiberuflichähnliche Wohnungsprostitution, Miete Terminwohnung, Laufhaus, Eintritt FKK-Club ... aus Sicht SexarbeiterIn, aus Sicht VermieterIn)?
  • Wer interessiert sich für einen Prostitutionsmietspiegel?
  • Wer kann zu einem solchen Preisvergleich Informationen beitragen?



_________________
Arcandor
Superreiche kassierten horrende Karstadt-Mieten


14. Juni 2009, 17:29 Uhr

Nur eine handverlesene Gruppe des deutschen Geldadels hat von dem Immobilienfonds profitiert, der für die Vermietung der Karstadt-Häuser aufgelegt wurde. Die Mieten betrugen bis zu 23,2 Prozent des Umsatzes - zehn Prozent gilt in der Branche als Obergrenze. Darüber beginnt die "Todeszone".
Foto: DDP

Die Karstadt-Nobelfiliale Oberpollinger in München musste mehr als 20 Prozent des Umsatzes als Miete zahlen

Von den Fonds, die der Troisdorfer Projektentwickler Josef Esch mit der Kölner Privatbank Sal. Oppenheim für die Vermietung von Immobilien an die Warenhauskette Karstadt aufgelegt hat, profitierte nach einem Bericht des „Spiegel“ nur eine handverlesene Gruppe von Angehörigen des deutschen Geldadels.

Mit dabei gewesen seien beim Start der Fonds - neben Ex-Arcandor-Chef Thomas Middelhoff, seiner Frau Cornelie und anderen - die Kunstsammlerin Claudia Oetker, der Bofrost-Gründer Josef Boquoi und Maxdata-Gründer Holger Lampatz, der 2006 und 2007 im Aufsichtsrat von KarstadtQuelle saß.

Auch Münchner Sal. Oppenheim-Konkurrenten, die Privatbankiers Wilhelm von Finck Junior und Senior, hätten Anteile gezeichnet. Die Gewinne der Anteilseigner gingen dem Magazin zufolge zulasten des KarstadtQuelle-Konzerns, der heute Arcandor heißt und insolvent ist.

Sie führten den Konzern in den Abgrund
Madeleine Schickedanz soll mit ihrem Vermögen den Arcandor-Konzern mitretten Rettende Erbin

Arcandor und die Schickedanz-Dynastie

In München betrug die Garantiemiete laut „Spiegel“ 23,2 Prozent vom Umsatz, in Leipzig 19,6 Prozent, in Potsdam 16,4 Prozent und in Karlsruhe 14,5. Schon bei einem Verhältnis Umsatz zu Miete von zehn Prozent beginne die sogenannte Todeszone, in der ein Warenhaus die Miete gemeinhin nicht mehr erwirtschaften könne, zitiert das Magazin Einzelhandelsexperten.

Gegen den früheren Arcandor-Chef Middelhoff leitete die Essener Staatsanwaltschaft inzwischen ein förmliches Ermittlungsverfahren ein. Der Grund ist die Beteiligung Middelhoffs und seiner Frau an dem Immobilienfonds. Vertreten lässt sich der 56-Jährige laut „Financial Times Deutschland“ (FTD) von dem Düsseldorfer Anwalt im Mannesmann-Prozess, Sven Thomas. Eine Stellungnahme Middelhoffs sei angekündigt, liege aber noch nicht vor, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft.

Die Staatsanwaltschaft hatte wegen der umstrittenen Immobiliengeschäfte bereits Anfang der Woche Vorermittlungen gegen den Ex-Arcandor-Chef aufgenommen. Auslöser war ein Brief von Bundesjustizministerin Brigitte Zypries an ihre nordrhein-westfälische Ressortkollegin Roswitha Müller-Piepenkötter. In dem Schreiben hatte sie darum gebeten, Klarheit über die Immobiliengeschäfte Middelhoffs zu schaffen. Das Düsseldorfer Justizministerium schaltete daraufhin die zuständige Staatsanwaltschaft in Essen ein.

Nach einer erneuten Prüfung gehe man nun davon aus, dass das Schreiben nicht nur als Anregung, sondern als Strafanzeige zu bewerten sei, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Dies habe die Eröffnung eines förmlichen Ermittlungsverfahrens nötig gemacht. Neue Erkenntnisse bezüglich des Sachverhalts gebe es nicht. Middelhoff hatte sich schon vor seiner Berufung an die Spitze des inzwischen insolventen Essener Touristik- und Handelskonzerns an Immobilienfonds beteiligt. Um die erdrückende Schuldenlast Arcandors abzubauen, hatte Middelhoff die Immobilien des Unternehmens verkauft, einige auch an die Fonds.

Interessenkonflikte hatte Middelhoff stets bestritten und beteuert, im Zweifel habe immer Arcandor Vorrang. Die Vorermittlungen hatte Middelhoff begrüßt. Die Untersuchung würde „den jetzt aus der Anonymität heraus vorgetragenen Angriffen den Boden entziehen“, hatte er laut einem Bericht erklärt. Tatsächlich ist der Vorgang seit Jahren bekannt und beschäftigte wiederholt die Hauptversammlungen des Unternehmens. Der „FTD“ sagte er am Freitag, er habe seinen früheren Aussagen nichts hinzuzufügen.

Arcandor hatte am Dienstag Insolvenz anmelden müssen, nachdem die Bundesregierung Staatshilfen für den maroden Konzern abgelehnt hatte. Betroffen sind insgesamt 43.000 Arbeitsplätze beim Mutterkonzern, aber auch bei den Tochterunternehmen Karstadt und Quelle.


http://www.welt.de/wirtschaft/article39 ... ieten.html





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Re: Preis-Check

#117

Beitrag von annainga »

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Marc of Frankfurt hat geschrieben:Auf welchen Prozentwert kommst Du?
im ersten etablissement, in dem ich arbeitete auf 52 % :-((

inzwischen im eigenen abgezahlten haus lediglich nebenkosten, also ca 1% :-))

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Re: Preis-Check

#118

Beitrag von Aoife »

Marc of Frankfurt hat geschrieben:Mieten von 23,2 % vom Umsatz haben die superreichen Immobilienfond-Investoren und Vermeiter von den Karstadt-Kaufhäusern verlangt und damit die gesammte Kaufhausholding Arcandor in den Ruin getrieben.
Wobei ich zumindest zu bedenken geben möchte, dass diese Kaufhäuser sich auf solche Mietverträge eingelassen haben.
Vielleicht aus einem Gefühl der Stärke (in besseren Zeiten) diese Wuchermieten toleriert haben, um die Innenstädte für Konkurrenten uninteressant zu machen?

War nur so ein Gedanke ...

Liebe Grüße, Eva
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Re: Preis-Check

#119

Beitrag von Marc of Frankfurt »

annainga hat geschrieben:Mietkostenanteil ca 1% :-))

Mmmh,
kann es sein, daß dieses finanzielle Argument für manch selbstständige Sexarbeiterin,

gleichzeitig das versteckte ökonomisch-machtpolitische Argument gegen selbstständige (Wohnungs- oder Straßen-)prostitution ist?

Die Einstiegskostenhürde ist verführerisch niedrig. Geradezu eine "Anstiftung" zur "Gewerbeunzucht" ... Eine "Förderung" des "Verfangenseins" in "sozialunwertem Tun" ...





Sexarbeit ist eben nicht nur Sex incl. Arbeit,
sondern abgesehen von dem auch gerne genommenen Vergnügen,
vor allem ein Business und Existenzsicherung für unangepaßte Frauen, Männer und Transsexuelle.





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Re: Preis-Check

#120

Beitrag von Zwerg »

          Bild
Aoife hat geschrieben:Wobei ich zumindest zu bedenken geben möchte, dass diese Kaufhäuser sich auf solche Mietverträge eingelassen haben.
Ein wenig OFF-Topic, aber vielleicht trotzdem interessant. Ich denke fast Jede(r) von Euch hat schon einmal die Stände von sogenannten Propagandisten (Martkschreiern) vor einem Kaufhaus gesehen. Die Leute bieten Teppichputzmittel, Gemüsehobel, Falttaschen oder Ähnliches auf kleinen Verkaufsplätzen an, welche von einem Kaufhaus angemietet werden.

Hier sind Mieten bis zu 40% vom Umsatz üblich. Auch Fixmieten bis zu 300 Euro täglich werden verlangt (für einen Platz auf der Straße vor dem Kaufhaus - vielleicht 2 mal 2 Meter groß) und auch bezahlt... Beachtet bitte: Der Mietpreis ist für einen Tag!

Es scheint hier auch eine der großen Seifenblasen, welche sich in den letztten 30 Jahren gebildet hat, zu platzen.

Liebe Grüße

Christian

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