Ökonomie der Sexarbeit

Hier können SexarbeitInnen ihren Arbeitsplatz bzw. ihre Arbeitsbedingungen beschreiben. Was erlebt Ihr alles in Eurem Beruf?
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Marc of Frankfurt
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Ökonomische Theorie des Sozialen

#150

Beitrag von Marc of Frankfurt »

Frauenforschung (i.S.v. Forschung durch Frauen) die sich bezahlt macht:

Der Wirtschaftsnobelpreis 2009 an Elinor Ostrom zum Thema
Verwaltung von knappem Gemeinschaftsgut (Governing the Commons)



Bild
Ostrom, Jg. 33, lehrt derzeit Politikwissenschaft an der Universität von Indiana in Bloomington USA.


Die Wissenschaftlerin ging der Frage nach, wie öffentliche Güter (Allmende) - etwa Weideland oder Fischgründe - durch Nutzergemeinschaften verwaltet werden können. Dabei widerlegte sie die gängige Theorie, wonach Gemeinschaftseigentum von den Nutzern ausgebeutet wird und deswegen entweder reguliert oder privatisiert werden sollte. "Ostroms Arbeit lehrt uns Neues über die tiefen Zusammenhänge, die die Kooperation in der Gesellschaft am Leben erhalten", erklärte das Nobel-Komitee.

Sie argumentiert für intelligente Mischlösungen zwischen privat und öffentlich, zwischen marktradikalem Unternehmertum und Staatsdirigismus und zwar dezentral und durch die Betroffenen selbst. Ihre wissenschaftlichen Hypothesen formulieren eine Theorie des kooperativen menschlichen Verhaltens, das sich sogar als "soziales Kapital" messen läßt.

Somit kann sowohl Marktversagen durch egoistische Nutzenmaximierung verhindert werden als auch gleichzeitig Handlungsfreiheit, Feinsteuerung und individueller Anreiz erhalten bleiben zum optimalen Schutz von öffentlichen Gütern wie z.B. Gesundheit oder Sicherheit.

Sie hat funktionierende, robuste Regeln der Selbstorganisation identifiziert in ihren zahlreichen Feldstudien, wo oberflächlich betrachtet bisher entweder galten:
- "Tragik der Allmende"
Keiner unternimmt etwas im Kollektiv, wenn sein Engagement nicht leistungsgerecht honoriert wird oder das
- "Paradox der Allmende"
jeder der erfolgreich wirtschaftet, ruiniert damit langfristig die Lebensgrundlagen der Gemeinde inkl. seiner eignenen - Privatisierung des Nutzen und Sozialisierung der Verluste.

Wenn es also demnächst Sexworker-Gewerkschaften und Sexworker-Kooperativen geben sollte, kann der von ihr entwickelte 7 Punkte Plan weiterhelfen:

Elinor Ostrom: "Governing the Commons"
1990
http://de.wikipedia.org/wiki/Elinor_Ost ... he_Commons
http://www.amazon.de/dp/0521405998

Elinor Ostrom: "Collective Action and the Evolution of Social Norms"
The Journal of Economic Perspectives,
Vol. 14, No. 3., pp. 137-158.
Summer 2000
http://www.santafe.edu/events/workshops ... om2000.pdf
(26 pages)

Elinor Ostrom: "Understanding Institutional Diversity"
[Institutional Analysis and Development (IAD) framework]
2005
http://www.amazon.de/dp/0691122385

Digital Libray of the Commons (DLC)
http://www.indiana.edu/~workshop/wsl/index.html





Knappe Ressourcen im Sexmarkt, die es clever und fair zu verteilen gilt:
- das Geld (akkumuliertes Budget der Kunden) - privates Gut
- die Strichplätze (begrenzte Anzahl von Orten, die die Mitbürger tolerieren) - öffentliches Gut
- die Volksgesundheit, die Gesundheit der Frauen, Transsexuellen und Männer in der Prostitution - öffentliches Gut
- die Würde und Selbstbstimmung der Menschen. Die Rechte der Sexarbeiter sind die Rechte aller Menschen - öffentliches Gut
- die Sexarbeiter und ihre Dienstleistungskapazität (in Lebenslaufbetrachtung) - privates Gut


Extremformen der Regulierung wären:
- Staatsbordell mit Zwangsregistrierung, -besteuerung und Zwangsgesundheitskontrolle für alle (Solon, Sexsklaverei)
- Unkontrollierter (Schwarz-)markt (völlige neoliberale Deregulierung, wie etwa im Heirats- oder Partnerschaftsmarkt)


Elemente für Lösungsansätze:
- Beteiligung der Betroffenen indem ihre Selbstorganisation gefördert wird (Sexworker-Gewerkschaft)
- Runde Tische auf lokaler Ebene wo z.B. Bordellbesitzer nicht ausgeschlossen werden (Deliberation)
- Zugangskontrolle z.B. Greencardregelung
- Sexworker-Gewerkschaft mit Selbstkontrollfunktionen (Mindestalter, Safer-Sex und Arbeits-Standards...vgl. Indien)
- Niederschwellige, freiwillige Hilfsangebote (akzeptierender Ansatz z.B. STD)
- Empowerment, Sexworker Akademie zur berufsbegleitenden Weiterqualifizierung
- ...


Warum viele Regelungsansätze bei Prostitution bisher versagten:
- Privatheit der intimen Sexdienstleistung und gleichzeitig normbrechend der
- Öffentlichkeitsaspekt des geschäftlich mit Sexdienstleistung verdienten Geldes, das rechtfertigt
- Besteuerung des Hurenlohns (Geld stinkt nicht) und Hure als öffentliche Person (Allmende?) also
- Stigmatisierung, Ausgrenzung bis Kriminalisierung von Paysex weil Konkurrenz zum Ehemodell
- Hurenunterdrückung dabei gleichzeitig Kontrollmittel über alle Frauen
- Moralische Polarisierung, Doppelmoral und Sündenbockfunktion
- Geheimhaltung wg. Stigmatisierung ermöglicht gleichzeitig egoistisches, gemeinschädliches Handeln
- Trieb- und Suchtkomponente von Sex aber gleichzeitig Sex als Menschenrecht bzw. biol. Grundfunktion
- Trieb- und Suchtkomponente von Geld aber Existenznotwendigkeit Geldverdienen = Zwang zur Einkommenserzielung
- Keine Anfangsinvestititionshürde z.B. in teure Geschäftsausstattung und Ausbildung erforderlich
- Globalisierungsdruck durch migrantische Dienstleistungsanbieter (vgl. sog. Menschenhandel)





Sexarbeiter wollen von Politik und Gesellschaft nicht ausgeschlossen werden oder als Sachen behandelt werden wie eine drittklassige Allmende.

Sexarbeiter fordern Rechte
und funktionierende humane Regelungen der Selbstregulierung.
Sexarbeiter sind nicht ein Problem, sondern Teil der Lösung






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Zuletzt geändert von Marc of Frankfurt am 09.04.2012, 18:40, insgesamt 2-mal geändert.

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#151

Beitrag von Marc of Frankfurt »

Was würden Sie arbeiten,
wenn für Ihr Einkommen gesorgt wäre?



Portrait eines engagierten Unternehmers und Filmemachers aus Basel:
http://www.taz.de/1/archiv/print-archiv ... c32480f7a3

Sein Film "Grundeinkommen - ein Kulturimpuls" s.o. Seite 6, posting #107:
viewtopic.php?p=57743#57743





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Zur Magie mit Geld zu bezahlen

#152

Beitrag von Marc of Frankfurt »

Native Spirituality & Money


Within the cultural paradigm of which I come, that of the indigenous North Americans, the thought of 'paying' for a Ceremonial never comes up because the thought of NOT paying is never considered, so there is never the need to put a 'price tag' on anything of a spiritual nature. We Spirit People who provide a spiritual service, at home in a tribal culture, may wake up to find a sack of corn, a haunch of venison, an envelope of cash or some other valuable gift upon our doorstep. A person who receives help from us Spirit Peoples will continue to provide gifts for years to come.

This expression of appreciation is not a feature of American culture. In a consumer based society everything has an expected fee. You pay the price or go without. If there is no price established, there is an assumption of fine-print-trickery or worthlessness. This aspect of American society deprives the individual of responsibility and freedom in relationship to establishing the inherent value of a product or service to the individual. If, on the other hand, there is the appellation of 'donation' or 'contribution' associated with the item or experience, there is an observed tendency of even the most spiritually inclined person to consider that no payment or a minimal pittance is somehow acceptable, rather than to own personal responsibility for determining the value, for one's self, of that which has been offered. This 'get-something-for-nothing' attitude is both reprehensible and dishonoring.

"How much is this Ceremony?" I have been asked. I might respond by asking how many dollars is an experience of the ineffable and infinite worth? A teaching, which may transform one's world view? The opportunity for a healing that enables a person to live, let alone to live with grace and ease? The very concept is rather absurd. There is no way to place a dollar value on these things.

What is affordable to one is an extravagance beyond measure for another, and for someone else the same amount is mere pocket change. What is affordable for you? Determine this, then offer more than what is affordable, for it is in that realm between what is affordable and comfortable, and the extension of one's offering beyond that limit, which creates the space where true healing and appreciation reside. I will often present a guide for payment in an evening's Ceremony: How much would you spend on a fine evening's entertainment? A movie and dinner? A night out partying at a club? Going to a theatrical stage production? Determine this first. Now, if what you have received in this Ceremony is purely entertainment, place an equivalent amount in the basket. If you have received something more than entertainment, something which is enlightening and world changing, place an amount in the basket in accordance of value of that which you have received. If you feel 'less than' from your experience, take something out of the basket and place it in your pocket! Never should a person feel lessened by their experience in a sacred event.

I have found that, even after offering insight on how 'payment' is handled, that some will then look at me and ask "So, what is the fee for this Ceremony?" Well, I have been sent forth, by my Grampa and by Eagle Brother, into the American world to bring 'the Ways' into accessibility for all. I have had to learn to speak the language, socially and economically. So, when you see that there is a fee placed upon a ceremony, it is because, for the most part, Americans do not have the culturally designed knowledge of how to appropriately recompense a valuable service.

There are times when a person says to me that they really would like to attend a Ceremony or receive a Doctoring (Shamanic Healing Ceremony), but they cannot afford it. I will never turn away a person who sincerely needs help just because they don't have cash in their pocket. If a person sincerely needs help, help I will offer to the best of my ability. The need for assistance arises from within the Soul, not the bank account. Such a person of indigent means may be asked to perform a service in exchange, and not always a service for me, but often a community service. It is the act of giving beyond one's means which creates the space for healing. This is, in addition to the many ways possible, one expression of my give-away back into the Community.

There are some who have a belief that any kind of monetary exchange for a spiritual service is somehow unethical. I am curious when presented with this particular world view. I ask of the person what they themselves do to earn an income. And, if this occupation of theirs is not the expression of their spiritual service in the world, then why are they wasting their time doing something, merely for money, which is NOT their Spirit's Calling? Personally, I cannot conceive of spending a significant portion of my waking life in the pursuit of money, let alone doing something which has no relevance to the purpose of my Being!


My Grampa Pena was insistent that payment be made for all Shamanic services. He would say that if a person did not suffer (by 'suffer' he meant to go beyond one's comfort zone, physically, mentally, emotionally), they would not appreciate nor receive anything of value. Grampa told of how, in a Vision Quest, the young Indian men go up on the mountain with no food nor water for three, maybe four days. He spoke of how, because in those days the People were always hungry, that to go without food might mean death. And sometimes these young men would, in fact, die up on the mountain. He then mentioned American people who go up on the mountain, they don't eat for a few days, they come down from the mountain and have a big turkey dinner....it means nothing to them to not eat, there is no real challenge. "Grandson," he told me "you gotta make the people suffer so they can get something good. Those American people, they hurt in their wallet!" Think about it. He was right, you know.

My Spirit's Calling IS my Life. As such, the expression of that Calling is, and must be, the means of supporting my worldly existence so that I can continue to bring my Spirit's Calling forth. So, when you see a 'fee' associated with a Ceremony, that monetary exchange is not a payment for a Ceremony. It is a contribution to, and support of, the continuance of my life and worldly responsibilities (rent, food, transportation to your community, my kids' shoes and bicycles, an occasional movie...you know, the stuff of life in the world) so that I am able to continue to present 'the Ways' to you, and to others down the road.





Power, the Soul, and Money
  • "If you charge too much for your work, you will get sick.
    If you do not receive enough for your work, you will become sick."

    ~A statement of direction given by the Ancestral Spirits of my lineage.
Life, in this incarnation, is finite. We have only a limited amount of time upon this planet, this lifetime. Every moment is an expenditure of a very precious resource...our time.

Life Force (Shamanically referred to as Power) is generated with each breath, spent with each action. Every endeavor, deed and minute of our life has an inherent investment of Power within it. The spiritual economy of Power underlies our interactions, relationships and the way in which we spend that most precious resource of time. When an individual goes to work they are expending a quantum of Power, quantified as time on the job and the investment of previous time spent in developing that particular skill (training, work experience, etc). For this the worker is compensated with money. That money represents, symbolizes, the investment of Life Force given on behalf of the employer. As the symbol is the thing itself, money equates with Life Force. The person who has been compensated then spends the cash, transferring that portion of his/her Life Force to another who is providing the product or service that is being purchased. This product or service also has an investment of Power within it, as the provider has spent time, i.e. Life Force, in the creation of the offering.

Our spiritual balance requires the maintenance of an equilibrium of Power within our Soul. When we start from the assumed place of inner balance and then extend a charge of Power to another, be it a lover, a friend, in a business transaction or to one who provides a service, there is the a prior agreement that there is to be a fair exchange, an equal return of Life Force in some other accepted form. In that moment we enter into, willingly, a state of negative equilibrium. When the exchange is fulfilled by the partner in the agreement returning an equal dynamic to us, we reenter a state of neutral equilibrium. When the partner receives our willingly given charge of Power, in whatever form it may be, a teaching, a product, a payment, etc, that partner is in a state of positive equilibrium. Only when the partner returns an equal quantum of Life Force does the partner reenter a state of neutral equilibrium.

If, when we have come from a fair assessment of trust, given a charge of Power to another and the partner does not return a significant charge, or even anything, in exchange, we, the giving party, enter into a state of negative disequilibrium...we feel 'burned', robbed. The partner who has snubbed or deceived us is now in a state of positive disequilibrium, which creates a spiritually toxic state.

Imagine that you have just expressed your heartfelt care for your mate/child/friend and that person turns and ignores you. That feeling is what I am speaking of. And the partner who has just taken your offering and kept it is, in actuality, perpetrating an act of theft upon you. This type of behavior, unfortunately so prevalent in today's societies, disempowers, literally, the giver and causes separation, illness and discord in the life of the taker.

When we give and receive in fair exchange, all parties experience a communion with humanity, a trust validated, an encouragement to risk. A thing of beauty ensues. Let us be in awareness of the rightness and goodness in the sharing of our Life Force with each other, be it with a kind word of appreciation, the willing balancing of our karmic accounts or the honor of payment for spiritual services rendered.

I hope with these words and investigations to bring clarity to a question, which arises in the arena of spiritual teachings and money. Please give them consideration. If you find value herein, yes, you have my permission to send this on to those you feel would equally find benefit in the views expressed, as long as this is sent in it's entirety, unedited, nothing added, and full credit is given to myself, Jade Wah'oo Grigori as the author, including my email and website.

Blessings~

Jade Wah'oo Grigori

Bild

www.shamanic.net





Anmerkung:

Zusätzlich zum notwendigen Gleichgewicht zwischen Geld und Lebenskraft (Emotions- und Zeitintensität der Dienstleistung) muß auch ein Gleichgewicht vorhanden sein zwischen subjektiv-innerem Bewusstsein und objektiver-äußerer Bewertung von Geld und Dienstleistung.

Wenn spirituelle und materielle Welt oder subjektive und objektive Wertungen auseinanderfallen wird man krank.


Das bedeutet es darf etwa kein destruktuves Suchtverhältnis seitens des Käufers vorliegen, der zwar über viel Geld verfügen mag, um ohne Probleme eine hochwertige teure (Sex-)Dienstleistung zu bezahlen, sie aber nicht wertschätzt, weil er sich selbst verachtet für seinen Konsum.

Solches Geld oder Dienstleistungsgeschäft z.B. bei stigmatisierter Sexarbeit bedeutet quasi "schlechtes Geld" zu verdienen. Geld was dann auch der Dienstleister nicht wertschätzen kann und nicht sparen kann, wenn sich die negative Einstellung unbewusst überträgt oder vorhanden ist. Mögliche Folgen sind Schwarzarbeit, Illegalität, Verschwendung, Sucht und Burn-out (SWBO).





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Zuletzt geändert von Marc of Frankfurt am 24.10.2011, 16:04, insgesamt 2-mal geändert.

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#153

Beitrag von ehemaliger_User »

Könnte auch hier reinpassen:

KUNST

„Die Sprache des Geldes“ im Museum für Kommunikation

Herrlich, in einer randvollen Schatztruhe zu wühlen. In der Sonderausstellung „Die Sprache des Geldes“ im Museum für Kommunikation steht die mit Münzen gefüllte Truhe als Beispiel für die Verbindung von Geld und Sinnlichkeit. Der Parcours führt durch eine modellhafte Stadt mit elf Stationen, die Bereiche symbolisieren, in denen Geld eine entscheidende Rolle spielt. Etwa auf dem Marktplatz, in der Bank, der Fabrik oder dem Einkaufszentrum. Kurioses gibt es dabei zu entdecken. Ein iPod hätte zur Zeit des Tauschhandels 797 Eier gekostet, Dollarnoten bestehen teilweise aus Jeans.

Die Inszenierung erinnert wenig an eine Stadt, die jeweiligen Orte werden nur durch farbige Stellwände angedeutet. Kurze Texte vermitteln Einblicke in komplexe Themen wie den Börsenhandel. Nebenher wird auch noch die 3000-jährige Geschichte des Geldes erzählt. Der Versuch, möglichst viele Aspekte zu beleuchten, führt allerdings dazu, dass die Themen nur angerissen werden. Trotzdem gelingt es, kritische Punkte anzusprechen. Neben einem 700-Euro-Luxusfressnapf für Hunde hängt der durchkalkulierte Speiseplan eines Hartz-IV- Empfängers und das in Rotlicht getauchte „Vergnügungsviertel“ lässt über die Grenzen der Käuflichkeit sinnieren: Sichtlöcher in der Wand offenbaren nackte Fakten über Prostitution. Knapp, doch wunderbar satirisch fällt der Blick auf die Bankenkrise aus: ein witziger Videospot übersetzt den Finanzpoker in ein groteskes Monopoly-Spiel. Das Interesse am großen Roulette weckt der Streifzug allemal (bis 14.2., Di. 9–20 Uhr, Mi.–Fr. 9–17 Uhr, Sa.–So. 10–18 Uhr) . Jenny Becker

(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 18.10.2009)
http://www.tagesspiegel.de/kultur/art772,2926219
Auf Wunsch des Users umgenannter Account

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Zur Geldausstellung Berlin

#154

Beitrag von Marc of Frankfurt »

Und wie es passt. Danke.
tagesspeigel.de hat geschrieben:das in Rotlicht getauchte „Vergnügungsviertel“ lässt über die Grenzen der Käuflichkeit sinnieren

Ohne die Ausstellung und den Katalog zu kennen, der Journalist deutet an, dass das Thema Prostituton, also unsere Dienstleistungsbranche Sexarbeit, hier mal wieder ge- bzw. mißbraucht wird, um moralische Fragen stellvertretend abzudecken. Das ist praktizierte Sündenbockfunktion Prostitution.


Die oben verlinkten geldkritischen Filme und auch der spirituelle Text nehmen sich den hinter all den Münzen & Geldscheinen versteckt liegenden komplexen und heiklen Fragen m.E. angemessener an.


Tabu Geld:
"Beim Geld da hört die Freundschaft auf".


Da kanalisiert man schwer verdauliches dann lieber auf diejenigen, die eh nicht gefragt werden und erzeuget nebenbei diesen angenehmen erotischen Entrüstungsschauder, der auch noch verkaufsfördernd Besucher anlocken mag.





Mehr zur Ausstellung:
http://www.mfk-berlin.de/nc/ausstellung ... etail.html

Mehr Stigmaforschung:
viewtopic.php?t=919





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Priceless

#155

Beitrag von Marc of Frankfurt »

Mastercard Werbeclip:

"What Money can't Buy




[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=6Xo0vietiag[/youtube]

oder hier:
http://video.google.com/videoplay?docid ... 9545117880
1:16 min





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Zuletzt geändert von Marc of Frankfurt am 10.01.2011, 13:02, insgesamt 1-mal geändert.

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Sex 'n' Drugs ...

#156

Beitrag von Marc of Frankfurt »

Kosten von Drogen und Drogenbekämpfung


Bild



The Big Question: Is the 'war on drugs' really making the problem worse?

By Michael Savage
http://www.independent.co.uk/news/uk/cr ... 81271.html





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Präkariat muß zahlen um arbeiten zu dürfen

#158

Beitrag von Marc of Frankfurt »

Ausbeutung durch Schein-Selbstständigkeit:
Stripper in USA, UK und ...
Clubdienstleister in FFK-Clubs ...

Justice for Strippers!



http://ravenstonesreflections.blogspot. ... ppers.html

Recently, performers at the Golden Banana gentlemen's club in Peabody, Massachusetts have filed a class-action lawsuit against the club's owners, over wages and benefits.

Now, before you snicker and make snide remarks, let me set the record on how these ladies are treated -- not just at this establishment, but across the country.

If you're an exotic dancer, the club doesn't consider you an employee. You're categorized as an "independent contractor", which means the club doesn't need to pay payroll taxes, Social Security contributions, healthcare or other benefits.

Now this makes sense if you're a comedy club hiring new talent every night, with the comics touring from one club to another. But the Golden Banana and many other clubs make the performers sign a contract enjoining them from performing at any other establishment. Not to mention dictating what music they can dance to, what wardrobe they can wear ... some independence!

And that's just for starters. Performers are required to pay a fee to get on stage. Their pay is in customer tips -- no salary, no commission for getting customers to buy overpriced drinks -- and they are required to share their tips with salaried employees. If you're sick, or have a kid or elderly parent to take care of, that's one more day you don't make any money.

I've also heard from women who work in these clubs that the owners encourage a "pecking order" among performers, with favorites getting choice money-making slots above others. That means that, while a few will make good money, many just make a living, sometimes just breaking even or losing money on bad nights.

It's about time the so-called "gentlemen" who own these clubs treat their ladies with the respect and dignity they deserve. They are the reason people come in and spend money. They deserve fair payment for their work.

If they're going to be "independent contractors" then let them be independent. Let them perform at any club, not just yours. Drop the performance fees, and take a twenty percent commission of their tips. Let them choose their music and wardrobe, and encourage creativity in their performances. Perhaps the club owners and the performers could get together to set up plans for group health insurance, disability insurance, and 401K's [Rentenanlagepläne]. And if a club wants to retain a performer exclusively, then sit down and negotiate a fair contract for their talent.

Compensation is just one part of the equation. There is also the fundamental issue of respect. Exotic dancers work for their money, and deserve to be treated with the same dignity as any other working artist. And not just from the club's owners, but their clients as well. If they're willing to take it all off for us, then it's high time we take a stand for them.

Desmond Ravenstone


"What you call sin, I call the great spirit of love, which takes a thousand forms..."

http://ravenstonesreflections.blogspot.com
http://www.myspace.com/desmond_ravenstone


Bild

Kindertraum?





Stipclub als Frauengeführte Kooperative mit Fixgehalt:

viewtopic.php?p=65280#65280





Deutschland

Pussy-Clubs mit Flatratetarif wurde nach bundesweiten Großrazzien geschlossen bzw. abgeschafft. Betreiberin und Angehörige sitzen im Gefängnis. Prozesse wg. unhygienischer Massageliegen bzw. Menschenhandel und Sozialabgabenbetrug sind zu erwarten.

FKK-Clubbetreiber in Augsburg und viele andere Puff-Betreiber in Bayern werden wegen hinterzogener Sozialabgaben aufgrund festgestellter Scheinselbstständigkeit mit Steuerstrafverfahren überzogen.

Der Staat in Deutschland (Staatsanwaltschaft und Steuerfahndung z.B. in Bayern) wenden Gesetze seit geraumer Zeit extrem scharf aufs Sexbiz an und nutzen traditionell geduldete Mißstände und Verstöße für Anklagen wg. Sozialabgabenhinterziehung i.V.m. Scheinselbstständigkeit als Hebel um Betreiber wirtschaftlich zu ruinieren bzw. Prostitution einzudämmen.

Anstatt transparent einen Strukturwandel zu moderieren durch Vorgaben wie neue Arbeitsvertragsregeln incl. fairen Arbeitsbedingungen von Tarifpartnern auszuarbeiten sind incl. gewerkschaftlicher Organisation der Sexarbeiter, wird mit Kriminalisierung und Prozessen Politik gemacht.





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Zuletzt geändert von Marc of Frankfurt am 15.11.2009, 20:29, insgesamt 1-mal geändert.

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Bargeld und Geldloser Zahlungsverkehr für Verkehr

#159

Beitrag von Marc of Frankfurt »

Zum Film:

Genossenschafts-Banking: Gegenseitiger Kredit

mutual credit jetzt per internet absichern



Ein spezielles Hompagesystem CMS (Content Management) ist
Drupal.org


Hier erwähne ich es, weil es ein Geldmodul hat, welches nur dort funktioniert.
Ein Geldmodul, welches nicht ein normales Shopsystem ist, sondern eine neue eigene Währung darstellt und damit freien Tauschhandel ermöglicht und abgewickelt über eine Verrechnungsplatform... Siehe auch:
Sexworker und Kunde im Direkt-Tausch:
viewtopic.php?t=1981

Karte der Deutschen Regionalwährungen:
viewtopic.php?p=48711#48711 (sw-only)

Wie setze ich clever und günstig meine Sexworker-Homepage auf:
viewtopic.php?t=5289 (sw-only)

D.h. ihr könnt mit dem System verschiedene Kunden-Konten eröffnen und verwalten, um z.B. mit Programmierern, Graphikern, Fotographen, Handwerkern etc. z.B. für eure Website oder euer Studio oder Dienstfahrzeug etc. getauschte Dienstleistungen zu verrechnen/abzurechnen ...





Andere Systeme und Initiativen:
http://www.openmoney.org/
http://project.cyclos.org/





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Das Geld ist die Hure bzw. macht alle dazu

#160

Beitrag von Marc of Frankfurt »

Christen lehnen sich gegen ein Dogma auf:

Im herrschenden Zinssystem die "Struktur von Sünde" erkannt



Kritische Christen wenden sich gegen das in modernen Gesellschaften bisher unhinterfragt herrschende Dogma von der Neutralität des Geldes. Sie haben am 30. Oktober (Weltspartag und Vorabend zum Reformationstag) in Frankfurt an die Paulskirche in der Tradition Martin Luthers 9,5 Thesen angeschlagen die beginnen mit den Worten: "Aus Liebe ..."

Diese 9,5 Thesen wenden sich grundsätzlich gegen einen (auch aktuell im Koalitionsvertrag wieder bekräftigten) wirtschaftlichen Wachstumszwang, der verbunden ist mit einer ständigen Umverteilung von Armen an Reiche aufgrund des derzeitigen Zinseszinssystems. Das wird als Konstruktionsfehler unserer Geld- und Finanzordnung verstanden, ohne den zu korrigieren die Zukunftsprobleme sozial keinesfalls lösbar sind.

Nicht alles darf verkäuflich sein und zu Markte getragen werden. Wenn alles einen Preis hat und der Preis des Geldes ist der Zins, stellt das ein zentrales moralisches, christliches Problem dar wie auch bei Prostitution. Solidarische, menschliche Werte wie Würde, Recht oder Glauben sollen nicht korrumpiert oder zerstört werden durch die Macht des Geldes.

Und Luther war damals mit seinen 95 Thesen bekanntlich erfolgreich, was seine Revolution gegen das Finanz- und Ablaßsystem der römisch-katholischen Kirche betrifft, die er "Hure Babylon" geschimpft hat.

Eine andere Welt ist möglich zeigt uns die Geschichte. So war in der Zeit des Barocks bis ins Ende des 18. Jahrhunderts in katholischen Ländern weitgehend zinsfreies Geld in Umlauf, was Wirtschaft und Gemeinwesen erblühen ließ [Anm. 3].

Dazu werden alle Christenmenschen aufgefordert sich Gedanken zu machen z.B. auch auf einer Tagung an der Uni Dortmund im März 2010.


Hier die 9,5 Thesen:
http://9komma5thesen.de/pages/die-thesen.php


www.9komma5thesen.de





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Re: Das Geld ist die Hure bzw. macht alle dazu

#161

Beitrag von Aoife »

Marc of Frankfurt hat geschrieben:Nicht alles darf verkäuflich sein und zu Markte getragen werden. Wenn alles einen Preis hat und der Preis des Geldes ist der Zins, stellt das ein zentrales moralisches, christliches Problem dar wie auch bei Prostitution. Solidarische, menschliche Werte wie Würde, Recht oder Glauben sollen nicht korrumpiert oder zerstört werden durch die Macht des Geldes.
Leider wieder nur nichtssagende Worthülsen.

Zins ist nicht der Preis des Geldes, sondern der Preis der Zeitdifferenz,
um die ich das Geld, das ich später zu verdienen erwarte, jetzt schon augehändigt bekomme.
Der Kreditgeber verkauft also nichts anderes als Zeit, und das moralische Problem dabei
liegt in der Frage, ob ihm die Zeit überhaupt gehört, so dass er sie rechtmäßig verkaufen kann.

Aber selbst, wenn die Prämisse vom Zins als Preis des Geldes richtig wäre,
so ist der Seitenhieb auf die Prostitution nur als billige Effekthascherei zu verstehen,
ein sachlicher Bezug besteht nicht.

So beweisen Christen mit ihrer Anerkennung der Ehe ja, dass sie eben kein Problem mit der
Verknüpfung von Sexuellem und Materiellem (einschließlich Geld) haben.
Sondern ausschließlich mit der Sexualität als solcher, losgelöst von ihrer Fortpflanzungsfunktion.

"Solidarische, menschliche Werte wie Würde, Recht oder Glauben
sollen nicht
korrumpiert oder zerstört werden", dem ist uneingeschränkt zuzustimmen.
Insbesondere muß hier gefordert werden, dass gerade Christen einsehen, dass sie kein Recht haben,
unsere Würde, unsere Rechte und unseren Glauben, was richtig und erlaubt ist, in Zweifel zu ziehen.
Und somit auch darauf verzichten, uns als stereotypes Negativbeispiel, und sei
es auch in so einem absurden Zusammenhang wie "Zinsen", heranzuziehen.

Liebe Grüße, Aoife
It's not those who inflict the most, but those who endure the most, who will conquer. MP.Vol.Bobby Sands
'I know kung fu, karate, and 37 other dangerous words'
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Re: Das Geld ist die Hure bzw. macht alle dazu

#162

Beitrag von Marc of Frankfurt »

Aoife hat geschrieben:Zins ist Preis der Zeitdifferenz, um das Geld, das ich später zu verdienen erwarte, jetzt schon augehändigt bekomme. Der Kreditgeber verkauft also nichts anderes als Zeit

Danke für Deine Klarstellung und Abgrenzung zu meiner vereinfachenden Zusammenfassung christlicher Positionen, die so von dieser Initiative gar nicht vertreten wird (Prostitution wird nicht erwähnt).


Um den verfälschenden Preis-Begriff für Zins zu vermeiden sollte man wohl besser von Liquiditätsprämie sprechen, der auf John Maynard Keynes zurückgeht. Darin enthalten sind dann aber auch weitere Konzepte wie:
- Zeit
- Konsumverzicht
- Eigentumsprämie für Eigentumsnutzungsrecht
- Liquiditätsvorteil
- Grenzproduktivität des Kapitals
...


Zinsen haben unglücklicherweise auch die Funktion der Umlaufsicherung, d.h. Geld als Zahlungsmittel der gesammten Volkswirtschaft zur Verfügung zu stellen um Handel treiben zu können, damit so wie beim Blut der ganzen Körper versorgt wird.
Gleichzeitig sind Zinsen der Hauptgrund für die Zentralisierung von Vermögen und damit Ursache für die Austrockung von randständigen Bereichen der Ökonomie (Finanzknappheit z.B. im sozialen Bereich).





.

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Volkswirtschaft

#163

Beitrag von Marc of Frankfurt »

Das Nilphänomen des Geldes

Oder wie ein unkontrolliertes Wachstum im Zentrum die Umgebung als Wüste zurückläßt



Wie ein starker reißerischer Geldstrom, der dem Nilfluß gleicht, eine immer größer werdende Trockenzone in seiner Umgebung verursacht, wenn keine Kultur von Bewässerungssystemen und Verteilung vorhanden ist.

Der Rechtsanwalt, Aktivist und Buchautor Dr. Harrald Wozniewski (Dr. Wo) aus Karlsruhe hat es für alle nachvollziehbar ausgerechnet und dieses anschauliche Diagramm für die Bundesrepublik errechnet.

Es zeigt die Geschichte der Wohlstandsverteilung und Geldvermögensentwicklung in der Bundesrepublick Deutschland von 1948 bis hochgerechnet auf 2017. In einer Farbe ist immer die Geldmengenverteilung (nicht Vermögen) in einem Jahr dargestellt von Arm 0 bis Reich 100% (97). Und die Höhe ist die jeweilige Geldmenge (in Euro), welches längst die Decke gesprengt hat.


Bild

http://meudalismus.dr-wo.de/html/nil.htm


Dieser Hohe Berg der Geld-Vermögen M3 entspricht, wenn man das Diagramm auf den Kopf stellt und spiegelt, dem tiefen Graben der Geldströme, den ein reißender Strom eines Finanz-Nils im Laufe der Zeit in das Flußbett der Volkswirtschaft gegraben hat und somit seine Umgebung letztlich ausgetrocknet (Wüste).


Bild
Heutige offizielle Vermögensverteilung (ohne Superreiche):
www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=78867#78867


Die sich aufgrund von Zinszahlungen auf wachsende Vermögen ergebende Umverteilung von unten nach oben im heutigen demokratischen Kapitalismus, der seine sozialen Komponenten deshalb gezwungenermaßen immer mehr verliert, nennt er Meudalismus.

http://meudalismus.dr-wo.de





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Zuletzt geändert von Marc of Frankfurt am 21.03.2011, 12:12, insgesamt 5-mal geändert.

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Konferenzen Berlin-freie Kreative-Avantgarde oder Prekariat

#164

Beitrag von Marc of Frankfurt »

Überleben für kreative LebensKünsterInnen

Konferenz Einladung
Berlin



[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=DuruGExayoY[/youtube]


ÜberLeben in den »Creative Industries«
Surviving in the »Creative Industries«

Zwischen Lust und Last des Informellen - Internationale Konferenz von Rosa Luxemburg Stiftung und »Helle Panke e.V.«

13.-14. November
Berlin

http://www.rosalux.de/cms/index.php?id=19825





Siehe auch die Konferenz der kreativen Blogger
14.-15. November Berlin,
die mit Sexworkern gewisse Probleme haben:
viewtopic.php?t=5024





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Zwickmühle des Geldes erklärt

#165

Beitrag von Marc of Frankfurt »

Ergänzung zum Meudalismuss-Diagramm des Geldmengenwachstums im vorletzten Posting.


Das Diagramm basiert auf realen volkswirtschaftlichen Zahlen und ist gleichzeitig ein idealisiertes und in die Zukunft extrapoliertes Modell unseres herrschenden Geldsystems (angezeigt wird die Geldmenge M3 und nicht Vermögen). Es ist die fundamentalste Darstellung der Geldmenge für die Zeit seit Bestehen der Bundesrepublik Deutschland, die mir bekannt ist.

Geldmenge und Umlaufgeschwindigkeit sind bekanntlich die heutigen Kriterien mit denen die EZB (Europäische Zentralbank) und früher die DB die Geldwerststabilität messen bzw. Inflation über diverse zinspolitische Maßnahmen steuern. Anmerkung Inflation ist nicht einfach Teuerung oder Preisanstieg und kann demnach auch nicht nur den Produkten/Herstellern/Anbietern oder Nachfragern angelastet werden!

Inflation =: Geldmengenwachstum / Wirtschaftswachstum

D.h. die Geldpolitik, der reine Geldmarkt, hat wesentlichen Einfluß. Und weil das Kapital, das Geld so mächtig ist, gibt es den Kapitalisten in Abgrenzung zum Dienstleister, Produzenten, Unternehmer oder Fabrikanten. Diese letzten sind in der Realwirtschaft verhaftet und produzieren orientiert an Menschen, Natur und Bedürfnissen/Nachfrage. Aber ab einer bestimmten Geldmenge, wird der Zins =: Grenzproduktivität des Kapitals (s.o.) so einflußreich, daß sich das Geschehen von der Realwirtschaft ablöst und damit die Shareholder (Geldeigentümer) statt die Stakeholder (Arbeiter/Kunden) die Macht übernehmen können.

Beide Geldgrößen (Menge und Geschwindigkeit) sind wie beim elektrischen Strom über eine Strömungs-Integral-Gleichung miteinander verknüpft, was man jedoch in den meisten VWL-Büchern vergeblich sucht, aber die Welle im Diagramm anschaulich darstellt (Die systemtreuen Wissenschaftler reden von Geldstockung oder -stau wg. Nachfragehemmung, Vertrauensverlust oder Depression und verschleiern den Geldeffekt [wg. Geldtabu / Mythos von der Neutralität des Geldes]).


Bild


Ferner stellt das Diagramm die enorme und meist unterschlagene Auswirkung der Eigentumsverhältnisse dar. Man sieht deutlich wie die Schere Arm-Reich extrem auseinandergegangen ist (Ein durchschnittlicher Stundenlohn von 1948 würde heute 117 Euro betragen, während heute der reichste Deutsche einen Stundenlohn allein durch Kapitalbesitz von 500.000 Euro erzielt).

Wenn man von rechts vorne nach links durch den Würfel schaut, schaut man in zeitlicher Richtung des Geldflußes von 1948-2017 und des Geldmengenwachstums aufgrund Produktivitätssteigerung und Wirtschaftswachstum. Geldmengenwachstum beträgt durchschnittlich und relativ konstant 10 % pro Jahr! Das Diagramm beginnt mit der Währungsreform 1984, wo jeder Deutsche pro Kopf 60 DM bekam (Gleichverteilung). Das würde heute einem Wert von 6.300 Euro entsprechen wie Dr. Wo vorrechnet. Bei Gleichverteilung wäre das Diagramm wie ein Keil von vorne rechts 60 DM bis hinten links 6.300 Euro.

Da aber einige Leute besser wirtschaften konnten, aufgrund über den Krieg hinweg geretteter Vermögen, verbriefter Rechte, Abstammung, Ausbildung, Cleverness, Leistung etc. begann sich Ungleichheit aufzubauen.

Und jetzt bemerkt man die Wirkung des sich verzinsenden und thesaurierenden Kapitals. Das Wirtschaftswachstum hat zwar über viele Jahre allen Menschen reale Zuwächse ermöglicht d.h. die Fläche steigt überall leicht an, aber bei den Vermögenden (hinten rechts) steigt sie dem Zinseszinseffekt entsprechend sehr viel stärker. Man erkennt eine Exponentialkurve wie bei einer Kettenreaktion einer Atombombe oder beim Wachstum eines Krebsgeschwürs. Die dort versammelte und gehortete Geldmenge bedingt letztlich die Knappheit im Rest der Gesellschaft und verursacht sogar ab 2011 reale Verarmung von weiten Bevölkerungsteilen (linke Ecke).

Ein "Reife"-Effekt, der sich erst ab einem bestimmten Alter einer Marktwirtschaft zeigt und zur Folge hat, daß große Finanz-Krisen mit regelmäßigen Abständen von ca. 60 Jahren auftreten und ganze Kulturen oder Reiche zerstören können und das mit rechnerisch vorhersagbarer Genauigkeit.

Das Geldmengenwachstumsdiagramm ist also auch Geldflußdiagramm und Geldverteilungsdiagramm und zeigt wie die Umverteilung von unten nach oben funktioniert.

Es gibt einmal die Geldweitergabe in Richtung der Zeitachse nach hinten und einmal die Geldakkumulation bei den Vermögenden nach rechts an. Geld fließt quasi bergauf [Levitation]. Das ist das Wunder des Lebens, der aber für viele lebensfeindliche Zauber des Geldes. Es ist ein Meta-Strukturbildungsmechanismus, der unglaublich Übermenschliches leistet (Privatvermögen und Großkonzerne mit Bilanzvolumen von Staaten entstehen), aufkosten der breiten Massen oder verarmenden Mittel- und Unterklasse. Die 3D-Graphik und Welle der Geldmenge kennzeichnet sich als Sattel-Fläche was einer Bifurkation zur Klassengesellschaft entspricht (Arm-Reich-Schere).

Als politische Lösung fordert Dr. Wo. deshalb:
Begrenzung von großen Privatvermögen ab einer so großen Höhe, wo unsereins es keinesfalls als Begrenzung der Privatspähre auffassen würde.


Mehr:
www.dr-wo.de

Zahlen 2012:
www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=125782#125782




________________





Was ist das Gesetz der Ausbeutung?

Man kann es spielerisch lernen!



Im ersten Posting auf der ersten Seite ist Ausbeutung marxistisch also für den Kapitalismus definiert. Hier im Forum und in den Massenmedien wird Ausbeutung vielfach im Thema Menschenhandel und sog. Zwangsprostitution diskutiert, also bei Sex und Moral. Da wir aber Sexarbeiter sind, können wir erkennen wie beide Spähren Moral und Markt raffiniert miteinander verkettet sind.

Ausbeutung scheint eine menschlich-wirtschaftliche Universalie zu sein und man kann es spielerisch erlernen:
www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=69717#69717


Bild

Blau ist in der Zickmühle von Rot,
"Schachmatt".


Das entspricht m.E. dem, wie Karl Marx die zwei Seiten der Akkumulation analysiert hat:
auf der einen Seite gelangt immer mehr Kapital in die Hände der Kapitalisten,
auf der anderen Seite wächst bei den Arbeiter immer mehr Elend.

Entscheidende Begründung aus Marxscher Sicht:
Es gibt nur eine Ware, deren Gebrauchswert darin besteht, Mehrwert zu produzieren: das ist die Arbeitskraft. Denn: Nur Arbeitskraft ist ein Gut, dessen (Re-)Produktion günstiger ist als der Wert, den es produziert [Wunder des Lebens] - anders ausgedrückt: der Tauschwert der Ware Arbeitskraft (Lohn/Gehalt) ist kleiner als die Wertsumme, was sein Gebrauchswert erzeugt (Mehrprodukt); die Differenz ist der Mehrwert.
http://de.wikipedia.org/wiki/Akkumulati ... tschaft%29


  • Ausbeutung und Ungleichgewicht sind das Natürlich-Archaische,
    Chancengleichheit, Verteilungsgerechtigkeit, Solidarität, Demokratie [und bedingungsloses Grundeinkommen] ... sind Kulturleistungen.

    - frei nach Carl Friedrich Freiherr v. Weizsäcker (Kernphysiker und Philosoph)



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Zuletzt geändert von Marc of Frankfurt am 29.10.2012, 15:02, insgesamt 5-mal geändert.

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Grundlegende Fragen & BG

#166

Beitrag von Marc of Frankfurt »

Wir leben gleichzeitig in einer Überfluß- und einer Mangelgesellschaft. Die Verteilung scheint ungerecht zu sein, so daß der Überfluß den Mangel zur Folge hat.

Bedingungsloses Grundeinkommen verteilt menschengerechter.



Überfluß der einen bedingt den Mangel bei den anderen.
Wer viel Geld verdient hat keine Zeit und umgekehrt.
Wer einen Job hat muß Überstunden machen, wer keinen Job hat findet keine Arbeit.
Wohlstand der G8 und Armut im Rest der Welt ...

Wie die Verteilung über sexuelle Selektion oder Intersektionalität funktioniert:
viewtopic.php?p=68881#68881


Alle gefangen in einer Tretmühle?

Alle reden schlecht über andere wie etwa Ausländer, Arbeitslose, Sozialhilfeempfänger oder Prostituierte?:



Bild
Brandeins

  • "Nur wenn das Einkommen getrennt von der Arbeit funktioniert, kann sich die Qualität von Arbeit verändern, da diese dann auf Freiwilligkeit basiert. Und diese Freiwilligkeit kann nur gewährleistet werden, wenn für das Einkommen gesorgt ist – und zwar bedingungslos."

    -Daniel Häni, Caféhausbetreiber aus Basel

    http://www.sce-web.de/tagdergesellschaf ... innov.html



Bedingungsloses Grundeinkommen: Damit sich keiner mehr prostituieren muß.

Aber dennoch Sexworker aus Berufung werden darf ;-)






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#167

Beitrag von Marc of Frankfurt »

UN/Philippinen:
Klimawandel treibe Frauen in die Prostitution

UN official: prostitution due to climate change



Family planning, contraceptives and special attention to gender and migration issues are therefore suggested by Suneeta Mukherjee, United Nations Food Population Fund (UNFPA) country representative of the the Philippines.

http://www.gmanews.tv/story/177346/clim ... erous-work





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#168

Beitrag von nicole6 »

Frage an alle LeserInnen in dem Forum: wer treibt eigentlich die Männer zu den Prostituierten? Die Frauen - so bekommen wir nun zu wissen, werden vom Klimawandel getrieben. Sicher ist damit nicht das Klimakterium gemeint, obwohl dies einige Sicherheitsmassnahmen vereinfacht, und viele Frauen sich zu dem Zeitpunkt von ihrem Partner trennen, oder sich einen parallelen anschaffen, um nicht zu sagen, anschaffen gehen.
ciao! Nicole

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6 % Geschäftsrückgang

#169

Beitrag von Marc of Frankfurt »

Männer werden wohl vom Trieb angetrieben ;-)
__



Branchenübergreifender Wettbewerb

Internet nagt auch am ältesten Gewerbe der Welt



In der Vergangenheit verzeichnete zumindest die Prostitution in Krisenzeiten stets einen Boom. Das ist nun aber offenbar vorbei - und zumindest eine Teilschuld trägt das Internet.

Wie die Tageszeitung 'Sydney Morning Herald' berichtet, lag der Umsatz mit Sexdienstleistungen in Australien in den letzten zwölf Monaten bei 1,1 Milliarden Dollar. Das sind 6 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Allerdings handelt es sich hierbei eher um eine Schätzung, die auf verschiedenen Statistiken und Umfragen in der Branche beruht.

Immerhin ist es im Vergleich zu normalen Bereichen der Industrie deutlich schwieriger hier an verlässliche Angaben zu kommen, erläuterte Edward Butler von der Beratungsfirma IBISWorld, die die Daten erhob. Der Trend gehe aber auf jeden Fall nach unten.

Eine wesentliche Ursache ist die Verfügbarkeit von Online-Plattformen, auf denen sich Nutzer zu spontanen und unverbindlichen Sex-Treffen verabreden können. Diese machen es deutlich leichter einen Partner für einmalige Begegnungen zu finden. 1,5 Millionen Australier sind bereits bei entsprechenden Webseiten angemeldet.

Damit gibt es eine Alternative zum Besuch einer Prostituierten. "Bordelle sind längst nicht mehr die Goldgrube, die sie vor zehn oder zwanzig Jahren waren", bestätigte auch Chris Seage, Sprecher der Adult Business Association, diese Entwicklung. Selbst Stammkunden würden nicht mehr wie früher nahezu wöchentlich, sondern maximal monatlich erscheinen.

Ein weiterer Konkurrent sind außerdem die so genannten Hobby-Prostituierten, die sich nur gelegentlich etwas Geld dazuverdienen. Auch diese haben mit der Verfügbarkeit von Internet-Plattformen eine deutlich leichtere Möglichkeit gefunden, Kontakte zu potenziellen Kunden zu finden.

Christian Kahle
http://winfuture.de/news,51614.html



Original mit Video vom Bordell in Australien:
http://www.smh.com.au/technology/intern ... -iqv5.html

Es wird auch gezeigt wie Sexarbeiter mit einer Nachtischlampe vor dem Sex ihre Kunden auf sexuell übertagbare Krankheiten untersuchen.

viewtopic.php?t=1310





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Zuletzt geändert von Marc of Frankfurt am 25.11.2009, 10:36, insgesamt 1-mal geändert.

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